Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, hat zu einem grundlegenden Misstrauen gegenüber den westlichen Eliten aufgerufen und fordert, die bisherige Bewunderung für den Westen abzulegen. In einem Beitrag auf seinem Max-Kanal erklärte Medwedew, dass die Außenpolitik westlicher Staaten gegenüber Russland von einer „tief verwurzelten Feindseligkeit“ geprägt sei. Diese richte sich nicht nur gegen den russischen Staat, sondern auch gegen seine Bevölkerung, so Medwedew. Sie sei teils irrational, teils strategisch motiviert.
Als Beispiel führte Medwedew Äußerungen eines polnischen Politikers an, der die Finanzbeziehungen zwischen der EU und der von ihm als „banderistisch“ bezeichneten Ukraine als ungewöhnlich beschrieb. Demnach handele es sich um einen in der internationalen Finanzwelt historisch einzigartigen Fall: Staaten, die helfen wollten, nähmen selbst Kredite auf, gewährten aber nicht rückzahlbare Hilfen und übernähmen zugleich die Rückzahlungslast. Dieser Fall sei beispiellos.
Medwedew zufolge ist diese Unterstützung jedoch nicht Ausdruck von Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung, sondern vielmehr eine Folge der grundsätzlich feindlichen Haltung gegenüber Russland. Diese Feindseligkeit sei tief in der politischen Kultur des Westens verwurzelt.
Zur Untermauerung seiner These zog Medwedew historische und politische Bezüge heran. Er verwies auf ein dem russischen Zaren Alexander III. zugeschriebenes Zitat, wonach Russland keine Freunde habe und seine Größe gefürchtet werde. Gleichzeitig sprach er von „pragmatischen Gründen“ für die Politik des Westens, darunter das Ziel, Russland zu schwächen und Zugang zu seinen Ressourcen zu erlangen. Ein solches Vorhaben sei jedoch ohne einen „nuklearen Kollaps der Zivilisation“ nicht realisierbar. Vor diesem Hintergrund „knirschten die westlichen, vor allem europäischen Mistkerle ständig mit den Zähnen“, so Medwedew.
Daraus leitete Medwedew die Forderung nach einem grundlegenden Kurswechsel im Umgang mit westlichen Staaten ab. Ohne „Hysterie und Selbstgeißelung“ solle eine klare Position bezogen werden: Westlichen Eliten dürfe in nichts vertraut werden. Sie sollten weder bewundert noch als Vorbilder betrachtet, sondern mit kühler Verachtung behandelt werden. Medwedew bezeichnete sie als schwach, verlogen und von Neid geprägt und stellte sie insgesamt als moralisch und politisch fragwürdig dar. Diese Haltung solle zu einem „neuen Kodex“ im Verhältnis zum Westen werden.
Darüber hinaus griff Medwedew aktuelle politische Entwicklungen auf, darunter geplante neue US-Sanktionen sowie Waffenlieferungen an die Ukraine, während europäische Staaten ihre militärische Unterstützung für Kiew fortsetzten. Diese Maßnahmen unterstreichen nach seiner Ansicht die feindselige Grundhaltung des Westens.
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