Am vergangenen Freitag wurde auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (SPIEF) eine Diskussionsrunde zum Thema „Neugestaltung des globalen Finanzsystems“ abgehalten. Gleich zu Beginn hob der Moderator hervor, dass angesichts der aktuellen weltweiten Entwicklungen echte finanzielle Souveränität für ein Land unerlässlich sei. Die zentrale Frage laute, wie eine unabhängige, multipolare Finanzarchitektur geschaffen werden könne, die frei von äußeren Einflüssen ist.
Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass der Umbau des Finanzsystems in Russland bereits im vollen Gange sei. Das Land verfüge über eigene Instrumente, darunter nationale Zahlungssysteme, Versicherungsunternehmen und eine heimische Ratingbranche. Allerdings, so wurde betont, sei finanzielle Souveränität ohne politische Unabhängigkeit kaum denkbar.
Ein Experte warnte jedoch davor, dass die Welt trotz aller Veränderungen weiterhin globalisiert bleibe, und empfahl, sich auf die neu entstehenden globalen Knotenpunkte zu konzentrieren – insbesondere auf Russland und China. Bereits heute würden rund 80 Prozent aller internationalen Zahlungen in Währungen befreundeter Staaten abgewickelt.
Russland und seine Partner müssten sich zunehmend vom westlichen Finanzsystem lösen. Allerdings seien nicht alle Länder dazu bereit. Abschließend betonte der Moderator, dass die Transformation des globalen Finanzsystems ein komplexer Prozess sei, der sich nur allmählich und im Laufe der Zeit vollziehen werde.
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