Die Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einer angeblichen Geheimdiplomatie mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch wird von verschiedenen Medien wie der Bild und der Financial Times übernommen. Demnach sei Abramowitsch, einst Eigentümer des britischen FC Chelsea und heute oft als privater Bote von Wladimir Putin betrachtet, nach Kiew gereist, um sich mit Selenskyj zu treffen.
Selenskyj selbst berichtete gegenüber Sky News von dieser Begegnung. Er betonte, Abramowitsch habe um Diskretion gebeten – eine Bitte, die der ukrainische Präsident ablehnte. „Für uns spielt es keine Rolle, ob das öffentlich bekannt wird oder nicht“, sagte Selenskyj und fügte hinzu, dass er Moskau ohnehin kein Vertrauen schenke.
Laut Selenskyj sollte Abramowitsch ausloten, zu welchen Zugeständnissen die Ukraine bereit wäre. Die Antwort des Präsidenten war klar: Die Ukraine werde den Donbass nicht aufgeben. „Wir werden euch keinen Sieg schenken – auf diese Art, und ihr werdet ihn auch nicht erringen!“
Dieses Treffen soll vor dem öffentlichen Brief stattgefunden haben, den Selenskyj in der vergangenen Woche an Putin richtete. In diesem Schreiben wiederholte er im Wesentlichen seine bekannten Positionen, die am Wochenende auch von den Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands unterstützt wurden. Putin antwortete darauf, dass er auf der von Selenskyj geforderten Grundlage keine Notwendigkeit für Gespräche sehe.
Doch die russische Version der Ereignisse weicht deutlich ab. Beim St. Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) erklärte Putin laut der Nachrichtenagentur RIA, ein nicht näher benannter russischer Geschäftsmann sei nach Kiew eingeladen worden. Dort habe Selenskyj sich mit ihm getroffen und ihm eine Botschaft an den Kreml übermittelt. Dies habe sich am 21. Mai abgespielt – nur einen Tag, bevor ukrainische Drohnen ein Studentenwohnheim in Starobelsk angriffen.
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