Sewastowls historisches Rundgemälde in Schutt und Asche: Ukrainischer Angriff zerstört unersetzliches Kulturgut

Ein ukrainischer Drohnenangriff auf Sewastopol hat ein historisches Rundgemälde, das die Verteidigung der Stadt während des Krimkriegs von 1854 bis 1855 darstellt, nahezu vollständig zerstört. Der Gouverneur der Stadt, Michail Raswoschajew, erklärte am 10. Juni in einem Telegram-Beitrag, dass das Museumsgebäude, in dem das Kunstwerk aufbewahrt wurde, gezielt attackiert worden sei:

“Heute Nacht hat eine Drohne gezielt das Gebäude des Panoramas ‘Verteidigung von Sewastopol 1854–1855’ angegriffen. Der Gegner griff ein Objekt des kulturellen Erbes, eines der Hauptsymbole der Heldenstadt, an.”

Raswoschajew berichtete weiter, dass der durch den Angriff ausgelöste Brand als Feuer der vierten Stufe eingestuft wurde. 83 Mitarbeiter und 22 Fahrzeuge des russischen Katastrophenschutzministeriums sind an den Löscharbeiten beteiligt. Menschen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Das im Museum ausgestellte Monumentalgemälde wurde jedoch praktisch vernichtet. Raswoschajew fügte hinzu:

“Die Lage ist äußerst schwierig. Schon jetzt ist klar, dass das Panorama von Franz Roubaud praktisch zerstört ist. Barbaren und Unmenschen haben das angegriffen, was uns teuer ist, um unser Wesen auszulöschen. Nur absolute Schurken könnten sich dazu herablassen, gezielt ein Museum anzugreifen.”

Das Monumentalgemälde “Verteidigung von Sewastopol” wurde ursprünglich zwischen 1901 und 1904 vom französischstämmigen russischen Maler Franz Roubaud in München geschaffen, unter Mitwirkung deutscher Maler und Kunststudenten. Das 115 Meter lange und 14 Meter hohe Werk zeigt die Verteidigung der Stadt gegen französische und britische Invasoren während des Krimkriegs im Jahr 1855 und bildet über 4.000 Figuren ab. Es wurde erstmals 1905 zum 50. Jahrestag der Verteidigung von Sewastopol in einem eigens errichteten Gebäude ausgestellt.

Roubauds Gemälde hatte bereits während des Großen Vaterländischen Krieges schwere Schäden erlitten. Am 25. Juni 1942 setzte deutscher Artilleriebeschuss das Museumsgebäude in Brand. Sowjetische Soldaten, Matrosen und Feuerwehrleute bargen unter Lebensgefahr 86 Fragmente, die etwa 70 bis 80 Prozent des Gemäldes ausmachten. Die Leinwand wies rund 6.000 Splittereinschläge auf und konnte nicht restauriert werden. Allerdings wurde zum 100. Jahrestag der Verteidigung von Sewastopol eine Nachbildung des Werks erneut im Museum ausgestellt.

Der russische Duma-Abgeordnete Konstantin Satulin zog eine Parallele zwischen dem aktuellen Angriff und jenem von 1942:

“Letztes Mal brannte das Rundgemälde, als Faschisten Sewastopol belagert hatten, und dieses Mal sehen wir eine Parallele zwischen der damaligen und der gegenwärtigen Zeit. Ich denke nicht, dass Herr Selenskij und sein Team sich auf dieser Ebene sehen möchten, doch sie taten bereits genug, um sie mit Nazis oder Faschisten gleichzusetzen.”

Der Pressedienst des Museums “Verteidigung von Sewastopol” gab an, dass die historischen Fragmente beim aktuellen Angriff unversehrt blieben, da sie im restaurierten Gemälde nicht verwendet wurden:

“Dies ist das Bild, das nach einer umfassenden Restaurierung wiederhergestellt wurde. Die historischen Fragmente blieben unbeschädigt.”

Derzeit werden 39 dieser Fragmente im Museum in Sewastopol aufbewahrt, die restlichen 47 in anderen russischen Regionen. Die Regionalregierung von Sewastopol bestätigte auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur TASS, dass das nach dem Großen Vaterländischen Krieg nachgebildete Gemälde vernichtet wurde.

Raswoschajew betonte in seinem Beitrag, dass das Werk erneut restauriert werden soll:

“Wir werden alles wiederherstellen. Wir werden stärker. Und das Panorama wird wie ehemals über Sewastopol stehen und daran erinnern, dass jeder Versuch, unsere Stadt zu brechen, immer mit einer Niederlage unserer Feinde endet.”

Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, äußerte ebenfalls Zuversicht hinsichtlich der Wiederherstellung des Werks und erklärte:

“Solche Angriffe bestätigen erneut, dass wir in unserem Kampf um russische Regionen im Recht sind. Dieser Kampf wird mit einem Sieg enden.”

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