In der vergangenen Nacht zum Montag kam es in Berlin-Lichtenberg zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Wie die Polizei zu Wochenbeginn mitteilte, brannten insgesamt sechs Firmenfahrzeuge der Telekom auf einem umzäunten Gelände an der Landsberger Allee. Ein Passant hatte gegen 1:50 Uhr den Feuerschein entdeckt und sofort die Einsatzkräfte alarmiert. Die Feuerwehr löschte die sechs in Vollbrand stehenden Fahrzeuge. Das Landeskriminalamt Berlin leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung ein.
Einen Tag später berichtete der RBB, dass die Ermittlungen nun in eine neue Richtung weisen. Ein im Internet aufgetauchtes Bekennerschreiben wird von den Behörden als authentisch eingestuft. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt jetzt wegen des Verdachts einer politisch motivierten „linksextremistischen Tat“. Ein Sprecher bestätigte dies.
Auf dem linksextremen Portal „Indymedia“ wurde am Montag ein Schreiben mit dem Titel „Feurige Abrüstungsmaßnahme bei der Telekom“ veröffentlicht. Darin heißt es, die Telekom plane gemeinsam mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall die Entwicklung eines Drohnenabwehrsystems. Die mutmaßlichen Täter begründen ihre Tat mit der angeblichen Verflechtung ziviler und militärischer Technologien. Das „halbstaatliche Unternehmen“ stehe mit seinen IT-Diensten für Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden und gehe mit dem „Vorstoß in Richtung Rüstungsmarkt“ eine „neue Dimension“ ein.
Die mutmaßlichen Brandstifter berufen sich dabei auf eine gemeinsame Pressemitteilung beider Unternehmen vom 11. Mai dieses Jahres. In dieser wurde angekündigt:
„Rheinmetall und die Telekom wollen gemeinsam einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln. Die Unternehmen wollen zusammen Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen. Darauf verständigten sich die Unternehmen im Vorfeld der bevorstehenden Fachausstellung für Sicherheitstechnik AFCEA in Bonn.“
Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte scharf auf das Bekennerschreiben. Auf X (ehemals Twitter) kritisierte ein Sprecher: „Pünktlich nach dem Aufstehen haben die Weltuntergangsverschwörer mal wieder ein Pamphlet zusammengeschustert und auf der einschlägig bekannten Plattform veröffentlicht, um diesen sinnfreien Nonsens zu rechtfertigen.“
Bereits vor einem Jahr hatten Hauptstadtmedien über ähnliche Vorfälle berichtet. In den Bezirken Lichtenberg und Neukölln brannten in derselben Nacht Transporter von Amazon und der Telekom. Auch damals veröffentlichten „Linksextreme ein Bekennerschreiben“ (RT DE berichtete).
Die Höhe des Schadens wurde von Feuerwehr und Polizei bislang nicht beziffert. Laut Informationen der B.Z. liegt die Schadenssumme jedoch „mehrere hunderttausend Euro“. Menschen kamen nicht zu Schaden, jedoch beklagte ein Telekom-Mitarbeiter gegenüber einem B.Z.-Mitarbeiter, dass sich seine persönlichen Sachen in einem der Fahrzeuge befanden und nun verbrannt seien.
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