In der Nacht zum 18. Juni wehrte die russische Luftabwehr einen der bislang schwersten Angriffe mit ukrainischen Drohnen auf Moskau und weitere russische Gebiete ab. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden in dieser Nacht 555 Drohnen über 18 Regionen abgeschossen. Mehr als 190 dieser Drohnen seien laut Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf dem Weg zur Hauptstadt zerstört worden. Berechnungen der Nachrichtenagentur TASS zufolge handelte es sich dabei um den größten Drohnenangriff seit zwei Jahren. Die ukrainische Agentur Strana schätzte hingegen, dass lediglich sechs bis sieben Drohnen tatsächlich bis nach Moskau vordringen konnten.
Wie Sobjanin weiter berichtete, gelang einigen Drohnen der Durchbruch bis zur Ölraffinerie im Stadtteil Kapotnja im Südosten Moskaus. Die Rettungskräfte seien vor Ort, so der Bürgermeister. Ein Einkaufszentrum wurde zudem beschädigt, wobei ein Mann Verletzungen davontrug. In Kapotnja musste der Busverkehr teilweise umgeleitet werden.
Bei den Angriffen in Moskau und der Umgebung wurden insgesamt 16 Zivilisten verletzt, darunter zwei Kinder. Der Gouverneur der Region, Andrei Worobjow, teilte mit, dass in der Stadt Ramenskoje zwei Männer und ein zehnjähriges Mädchen verletzt wurden. In Solnetschnogorsk, Ljuberzy und Dserschinski erlitten vier weitere Männer Verletzungen. Die Moskauer Vorstadt Kotelniki verzeichnete acht Verletzte, darunter ein dreijähriges Kind. Alle Verletzten erhielten medizinische Versorgung; einige wurden in Krankenhäuser eingeliefert.
Worobjow gab außerdem an, dass Gebäude in den Stadtkreisen Schukowski, Elektrostal, Ljuberzy, Kotelniki und Tschechow beschädigt wurden. In Schukowski traf eine Drohne einen Wohnblock, wobei das Treppenhaus und zwei Balkonplatten beschädigt wurden. Die Bewohner blieben unversehrt, wurden aber evakuiert und in Notunterkünften untergebracht. In Ljuberzy entstand ein Brand auf dem Dach eines Einkaufszentrums, nachdem Drohnentrümmer herabgefallen waren. In Elektrostal wurde ein Fahrzeug durch herabfallende Teile zerstört.
Das russische Verkehrsministerium ordnete eine vorübergehende Schließung der vier Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski an. Zahlreiche Flüge verzögerten sich; in Scheremetjewo wurden Passagiere unter anderem aus Flugzeugen in Schutzräume gebracht. An den Flughäfen wurde zusätzliches Personal eingesetzt, um die Passagiere zu unterstützen. Insgesamt sei die Lage dort ruhig, so das Ministerium.
Gleichzeitig erklärte das russische Verteidigungsministerium, in der Nacht einen Vergeltungsschlag gegen die ukrainische Energieinfrastruktur durchgeführt zu haben. Dabei seien ein Lager für Treib- und Schmierstoffe in der Stadt Borispol bei Kiew sowie die Ölraffinerie Saturino im Gebiet Poltawa getroffen worden.
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