Nach zwei Jahren an der Spitze hat die Schweiz ihren Titel als wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt verloren. Im aktuellen Ranking des Lausanner Instituts IMD rutschte das Land vom ersten auf den dritten Platz ab. Singapur übernimmt nun die Führung, gefolgt von Hongkong auf dem zweiten Rang. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Schweiz die Nummer eins in Europa.
Die Studienautoren begründen den Abstieg mit mehreren Faktoren. Dazu gehören die hohen US-Zölle, die Aufwertung des Schweizer Frankens und ein Rückgang ausländischer Investitionen. Laut IMD zeigt der Verlust der Spitzenposition deutlich, wie anfällig selbst die stärksten Volkswirtschaften für Veränderungen bei Kapitalströmen und wachsende geopolitische Risiken sein können.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Schweiz einen Nettoabfluss ausländischer Direktinvestitionen in Höhe von 60,7 Milliarden US-Dollar. In dieser Kategorie belegte das Land den letzten Platz unter den 70 Nationen des Rankings. Das Institut hält dies jedoch für einen vorübergehenden Effekt, der unter anderem auf Neubewertungen von Vermögenswerten und Kapitalrückführungen von Investoren zurückzuführen ist.
Arturo Bris, Professor für Finanzen und Direktor des IMD World Competitiveness Center (WCC), erklärte, dass der starke Schweizer Franken das Land für Investoren teurer gemacht habe. Zudem hätten die von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Handelszölle die Wirtschaftsstimmung belastet.
Trotz des Abstiegs im Wettbewerbsranking wuchs das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz im ersten Quartal 2025 um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, nachdem zunächst ein Wachstum von 0,7 Prozent geschätzt worden war. Im Jahresvergleich legte die Wirtschaft um zwei Prozent zu und übertraf damit die Analystenerwartungen. Gleichzeitig behielt die Schweiz ihre Spitzenposition bei der Effizienz staatlicher Institutionen und der Infrastrukturqualität.
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