In der Nähe des berühmten Stonehenge haben Archäologen die Überreste einer alten Holzkonstruktion freigelegt. Diese wird auf ein Alter von rund 5.500 Jahren geschätzt und könnte als Vorbild für das weltbekannte neolithische Monument gedient haben.
Wie die Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf Experten von Wessex Archaeology meldet, bestand die Anlage aus zwei massiven Holzpfosten, die in einem Abstand von etwa 120 Metern zueinander errichtet wurden. Die etwa 500 Jahre ältere Struktur war offenbar präzise auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet.
Geleitet wurden die Ausgrabungen vom britischen Archäologen Phil Harding, einem bekannten Gesicht aus der Fernsehserie „Time Team”. Harding erklärte, dass die Archäologen auf dem Gelände zudem Keramikscherben, Tierknochen und ein seltenes, scheibenförmiges Messer entdeckten. Die Forscher vermuten, dass dieser Ort als zentraler Schauplatz für große rituelle Versammlungen diente. Harding selbst äußerte sich begeistert:
“Solche Gelegenheiten bekommt man nur einmal im Leben. Das ist ohne Zweifel der Höhepunkt meiner Karriere.”
Die Fundstätte liegt nahe Bulford im zentralen Süden Englands, rund fünf Kilometer von Stonehenge entfernt. Die Untersuchungen waren Teil einer archäologischen Begleitmaßnahme im Rahmen eines Programms des britischen Verteidigungsministeriums. Ziel war es, Unterkünfte für aus Deutschland zurückkehrende Soldaten zu schaffen. Erste Grabungen fanden bereits zwischen 2015 und 2017 statt; die Analyse der geborgenen Funde nahm anschließend mehrere Jahre in Anspruch.
Stonehenge gilt als eines der bedeutendsten Symbole der britischen Kultur und Geschichte und ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. Die UNESCO-Welterbestätte auf der Salisbury Plain entstand in mehreren Bauphasen, die vor rund 5.000 Jahren begannen. Der charakteristische Steinkreis wurde in der späten Jungsteinzeit um 2500 v. Chr. errichtet. Bis heute ranken sich intensive wissenschaftliche Debatten um die Bedeutung der Anlage. Die gängigste Interpretation besagt, dass Stonehenge als Tempel diente, der auf den Sonnenlauf ausgerichtet war und präzise mit der Sommer- und Wintersonnenwende korrespondierte.
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