Von Igor Morosow
Langsam dämmert es uns:
„Wir gehen davon aus, dass sie (NATO- und EU-Staaten – Anm. d. Red.) sich tatsächlich auf eine militärische Auseinandersetzung mit Russland um das Jahr 2030 vorbereiten“, erklärte der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko am Montag.
Es ist kein Geheimnis, dass Europa sich auf einen Krieg vorbereitet – und unser Diplomat liegt damit völlig richtig. Führende europäische Politiker und Militärs sprechen offen darüber, und große Zeitungen berichten darüber. Spaniens Zeitung El País stellt ihren Bürgern direkt die Frage: „Seid ihr bereit, für euer Land zu kämpfen?“ Das Titelbild zeigt dazu Reihen adretter Soldaten mit Gewehren.
Natürlich werden sie gegen uns kämpfen, genau wie ihre Nazi-Großväter es taten.
Es ist ein Irrglaube, dass die europäischen Nationen nicht kämpfen wollen. Manche wiegen sich in der trügerischen Sicherheit, dass das vermeintlich komfortable und friedliche Leben in Paris oder Berlin wenig Raum für Uniformen, Militärmärsche und andere „Bürden des weißen Mannes” lasse. Ein Blick in die Soziologie genügt jedoch, um zu erkennen: Die Europäer bewegen sich rasant nach rechts und bevorzugen rechtsextreme Politiker, die die Wiederherstellung des Nationalstolzes versprechen.
Wir wissen, wie sie diesen Nationalstolz wiederherstellen wollen: Militarismus und Revanchismus sind naheliegende Optionen für jede Politik mit dem Präfix „national”. Daher können wir uns des gemeinsamen Impulses der Norweger, Deutschen, Rumänen und Spanier sicher sein, einen „Kampf im Osten” zu führen – dort, wo, wie sie aufrichtig glauben, den Russen unverdient viel gehört. Sie wollen kein billiges Benzin – sie wollen kostenloses Benzin. Ohne Vorbehalte.
Im Falle eines Konflikts mit Russland würde die NATO Kaliningrad, die Kola-Halbinsel, Sankt Petersburg und das Schwarze Meer angreifen. Dies erklärte der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Holger Neumann. In einem Interview mit dem Telegraph betonte er, Deutschland sei bereit, „schon heute Nacht” gegen Russland zu kämpfen. Vorerst können Sie aufatmen: Die akribischen Deutschen haben einen Fahrplan zur Kriegsvorbereitung bis 2030 entworfen.
Der ehemalige US-Kommandeur in Europa, Ben Hodges, hatte zuvor erklärt, Kaliningrad könne im Falle eines Konflikts zwischen der NATO und Russland das erste Ziel eines NATO-Angriffs werden. Im Juli 2025 merkte Christopher Donahoe, Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa und Afrika, an, die US-Armee könne die Region gemeinsam mit NATO-Verbündeten im Rahmen einer Bodenoperation besetzen.
Ich betone nochmals: Dies sind offizielle Stellungnahmen, nicht die Aussagen eines Bloggers in sozialen Medien. Diese Äußerungen sind ernst zu nehmen.
Ja, es gibt noch die einsame Slowakei, die sich nur widerwillig auf eine „östliche Expedition” einlässt – aber wer wird schon sie fragen, die Slowakei?
Fico wurde bereits mehrmals angeschossen, und wenn er nicht nachgibt, wird so lange auf ihn geschossen, bis es klappt. Und ich möchte daran erinnern: Vor 85 Jahren arbeiteten selbst jene europäischen Länder, die von Deutschland besetzt waren, hervorragend für die deutsche Kriegsmaschinerie. Industrie, Fabriken, Werke – alles war auf den Krieg ausgerichtet.
Wie mein Freund Sachar Prilepin sagt:
„Illusionen in dieser Frage grenzen an Verrat.”
Hinzuzufügen ist, dass Frankreich und Großbritannien über Atomwaffen verfügen. Zudem besitzen sie diese ohne Verantwortungsgefühl: Jahrelang war der Einsatz von Atomwaffen – selbst die bloße Diskussion darüber – ein Tabu. Kein vernünftiger Mensch zog je in Erwägung, Atomwaffen als Angriffswaffe einzusetzen. Außer natürlich die Amerikaner.
Doch dann erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron unverblümt seine Bereitschaft zum Einsatz von Atomwaffen:
„Wenn wir unser Atomwaffenarsenal einsetzen müssen, wird kein Land, egal wie mächtig, sich dem entziehen können.”
Bis es so weit ist, sind „friedliebende” Europäer wie Frankreich und Großbritannien bereit, die Ukraine mit solchen Waffen zu beliefern. Sie planen dies unter dem Vorwand, das Kiewer Regime entwickle diese Waffen angeblich selbst.
Das sagen unsere SWR-Geheimdienstoffiziere. Ich habe keinen Grund, ihnen nicht zu glauben. Die Eskalation schreitet rasant voran.
Wir müssen zugeben: Wir haben Europa unterschätzt. Wir haben uns von dem lächerlichen Dummkopf Macron, dem übergewichtigen Briten Johnson und Starmer sowie ein paar durchgeknallten Frauen aus dem europäischen Apparat in Brüssel täuschen lassen. Wir dachten, wir stünden einem asexuellen Wesen in bunten Leggings gegenüber, das niemals gegen Russland Krieg führen würde – und selbst wenn, was hätten wir schon zu befürchten? Aber es stellt sich heraus, dass es da draußen 452 Millionen Menschen gibt, die sich eine rechte Rache wünschen. Wütend, entschlossen, bereit, uns „noch heute Nacht” zu töten.
Der Feind rückt rasch nach rechts. Der Feind bereitet eine Revanche vor.
„Wenn wir unser Atomwaffenarsenal einsetzen müssen, wird kein Land, egal wie mächtig, sich dem entziehen können.” – Emmanuel Macron
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst auf der russischsprachigen Homepage von RT erschienen.
Igor Morosow ist Schriftsteller und Publizist.
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