Aufdeckung: Wie Medien prorussische Zuschauer gegen Russland aufhetzen wollen

Von Wassilissa Sacharowa

Es ist bemerkenswert, mit welcher Skrupellosigkeit Journalisten in westlichen Demokratien die Menschen in der Ukraine und in Donezk/Lugansk in zwei Kategorien einteilen: Die einen gelten als schützenswerte Opfer, denen Mitgefühl entgegengebracht wird. Die anderen werden als Unmenschen dargestellt, deren Tod man ohne jedes menschliche Regung hinnehmen oder sogar gutheißen darf.

In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Kompass ins Wanken gerät, sollten gerade Journalisten die Rolle des kritischen Gewissens übernehmen.

Halbwahrheiten

In jüngsten Berichten über die Treibstoffknappheit in Russland zeigt der Spiegel in seiner zweieinhalbminütigen Reportage eine lange Autoschlange an einer Tankstelle in Donezk – Autofahrer als Hauptleidtragende der Engpässe. Den Zuschauern wird erzählt, dass diese Knappheit durch Angriffe auf russische Raffinerien verursacht wurde. “Die Kraftstoffengpässe gelten als Folge ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien”, heißt es im Spiegel-Bericht.

Damit wird dem Zuschauer indirekt vermittelt, dass Russland selbst seine eigenen Verbündeten im Stich lässt. Welch ungeheuerliche Regierende müssen das sein, die ausgerechnet jene vernachlässigen, die über Jahre hinweg auf Russlands Seite standen? Dies wird zwar nicht direkt ausgesprochen, aber genau diese einfache Rechnung geht im Kopf vieler Zuschauer auf. Dieses Narrativ wird von nahezu allen etablierten Medien übernommen.

Das Ziel ist klar: Zuschauer, die Russland noch nicht für ein monströses Ungeheuer halten, auf die “russophobe” Seite zu ziehen. Nach dem Motto: “Seht her, wir stehen zu den Menschen in Donezk. Wir haben sie interviewt und dabei herausgefunden, dass die Schuld für ihr Leiden bei den Russen liegt – nicht bei den Ukrainern, die wir unterstützen.”

Was diese Journalisten jedoch verschweigen, ist, dass die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien nur ein Teil des Problems sind. Ein weiterer erheblicher Faktor für die Treibstoffknappheit in Donezk sind die ständigen ukrainischen Drohnenangriffe auf die Nachschubrouten. Da der Treibstoff fast ausschließlich per Tanklastwagen transportiert wird und viele Fahrer ihr Leben nicht riskieren wollen, erreichen nur wenige Lkw die Region.

Diese Information dürfte den Journalisten beim Spiegel und Co. bekannt sein – immerhin haben sie vor Ort Mitarbeiter, die diese Interviews mit den wartenden Autofahrern in Donezk geführt haben.

Das bedeutet: Die Redakteure dieser Reportagen entscheiden sich bewusst dafür, die ständigen Drohnenangriffe der ukrainischen Armee auf die Autobahnen um Donezk zu verschweigen, bei denen nicht selten zivile Fahrzeuge ins Visier geraten.

Besonders perfide ist, dass dieselben Medien in anderen Reportagen – etwa in der ARD-Dokumentation “Unten Schlaglöcher, oben Drohnen” vom 25. März 2026 – genau dasselbe Vorgehen verurteilen, wenn es von russischer Seite kommt. Der Reporter blickt mit ernster, mitleidiger Miene in die Kamera, um beim Zuschauer Leid zu erzeugen. Für die Zivilbevölkerung in Donezk, die massiv unter ukrainischen Drohnenangriffen auf die Versorgungswege leidet, zeigt man offenbar kein entsprechendes Mitgefühl.

Wir lernen: Zivilisten in Donezk, die unter ukrainischen Drohnen leiden, sind keine Erwähnung wert – nur diejenigen, die unter russischen Drohnen leiden, verdienen menschliches Mitgefühl. Das ist der Inbegriff von Diskriminierung.

Politischer Auftrag

Doch wie kommt es dazu? Haben sich die Journalisten etwa bei einer geheimen Versammlung verschworen, um die Menschen in Donezk als Bürger zweiter Klasse darzustellen? Natürlich nicht.

Das Wichtigste, was eine solche Berichterstattung offenbart, ist, dass Journalisten als Handlanger der Politiker agieren. Sie erfüllen einen Auftrag. Dieser lautet: Die deutsche Gesellschaft soll nichts gegen das Töten von Menschen in Donezk und Lugansk einzuwenden haben. Und das zeigt einmal mehr: Die westlichen Politiker führen diesen Krieg gegen Russland – mit den Händen der Ukrainer.

Die ukrainische Armee mag sich über diese Unterstützung der westlichen Eliten freuen, doch diese Freude kann nur von kurzer Dauer sein. Denn was die Eliten und Journalisten mit ihrer diskriminierenden Berichterstattung zeigen, ist, dass es ihnen grundsätzlich nicht um die Menschen geht. Menschliches Mitgefühl und Gewissen sind bei einem Menschen entweder vorhanden oder nicht – sie lassen sich nicht ein- und ausschalten. Wenn westliche Journalisten einen solchen Mangel an Gewissen und Empathie für die Menschen in Donezk und Lugansk aufweisen, dann belegt das, dass ihnen diese Eigenschaften grundlegend fehlen. Ein Mensch ohne Gewissen und Empathie wird nicht zögern, seine heutigen Verbündeten morgen fallen zu lassen. Er ist nicht von Gerechtigkeitssinn getrieben, sondern von Opportunismus. Und wenn seine Auftraggeber und Chefs ihm morgen befehlen würden, die Ukrainer medial abzuwerten, könnte ein gewissenloser Medienschaffender das einfach tun, weil er dafür Lob von seinem Vorgesetzten erhält.

Das wirklich Erstaunliche ist, wie viele Zuschauer bereit sind, diese offensichtliche Diskriminierung in den Medien zu akzeptieren – und zwar ungeachtet der Vergangenheit. Man könnte meinen, die Deutschen hätten aus eigener bitterer Erfahrung gelernt, wie gefährlich es ist, eine Bevölkerungsgruppe als Menschen zweiter Klasse zu deklarieren. Und doch wiederholt man diesen Fehler leichtfertig.

Haben sie die Vergangenheit etwa vergessen? Oder sind sie einfach nicht in der Lage, diese Diskriminierung zu erkennen?

Nein – keines von beidem. Sie diskriminieren, weil sie zur Gruppe gehören wollen. Und sie glauben, dass die etablierten Medien die Stimmungen dieser Gruppe widerspiegeln. Viele schließen sich der Diskriminierung nicht an, weil sie grausam oder empathielos wären. Sie tun es, weil die Angst, nicht mehr dazuzugehören, stärker ist als ihr Mitgefühl. Die etablierten Medien spiegeln diese Gruppendynamik nicht nur wider – sie bedienen und verstärken sie.

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