Putins Außenminister Lawrow verkündet: Russland ergreift alle Maßnahmen zum Schutz des Unionsstaates

Am Dienstag nahm der russische Außenminister Sergei Lawrow an einer Diskussionsrunde teil, die sich mit dem Ukraine-Konflikt befasste. Das Moskauer Staatliche Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) hatte diese Veranstaltung für die Leiter der in Moskau ansässigen diplomatischen Vertretungen ausgerichtet.

In seinem Beitrag betonte Lawrow, dass die jüngsten Drohungen aus Kiew gegen Weißrussland eindeutig darauf abzielten, die Republik direkt in den Konflikt zu verwickeln und das Operationsgebiet auszudehnen. Dabei wies der russische Chefdiplomat darauf hin, dass der Sicherheitsgarantievertrag zwischen Russland und Weißrussland im Rahmen des Unionsstaates bereits seit März 2025 in Kraft sei.

Der Minister führte weiter aus:

“Und wenn nötig, sind wir bereit, alle im Vertrag vorgesehenen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit unseres Verbündeten und selbstverständlich auch die des Unionsstaates zu gewährleisten.”

Lawrow kritisierte zudem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für eine “respektlose Äußerung” gegenüber der Regierung in Minsk. Selenskyj soll gefordert haben, “auf dem Territorium eines souveränen Staates die Ordnung wiederherzustellen, andernfalls werde er selbst dafür sorgen”. Hintergrund sei ein ukrainischer Drohnenangriff auf einen Bus mit Kindern und Erwachsenen aus Weißrussland in der Region Brjansk. Daraufhin verlangte Selenskyj von Minsk, technische Anlagen an der Grenze zur Ukraine zu entfernen, die angeblich von russischen Truppen zur Feuerkontrolle bei Angriffen in der Ukraine genutzt würden. Er drohte, das ukrainische Militär werde dies andernfalls selbst erledigen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuvor erklärt, dass Selenskyjs Äußerungen einen Angriff auf die Souveränität Weißrusslands darstellten. Russlands Präsident Wladimir Putin und der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko könnten diese Drohungen bei einem anstehenden Treffen besprechen, kündigte Peskow an. Bei dem Drohnenangriff vom 17. Juni starb eine weißrussische Staatsbürgerin, mehrere weitere Personen wurden verletzt.

Lukaschenko bezeichnete den Terrorakt der ukrainischen Streitkräfte als “unverhüllten Faschismus”. Er warnte, dass Provokationen und Versuche, Weißrussland in einen Krieg zu ziehen, unangenehme Konsequenzen haben könnten.

Mehr zum Thema – Kreml: Selenskijs Drohungen missachten Weißrusslands Souveränität

Schreibe einen Kommentar