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Der Vorschlag, verbindliche Trinkpausen für Arbeitnehmer einzuführen, wurde durch die bei der Fußball-WM 2026 verpflichtenden Hydration Breaks inspiriert. Die FIFA unterbricht jedes Spiel nach etwa 22 und 67 Minuten für drei Minuten, damit die Spieler Flüssigkeit zu sich nehmen und sich kurz erholen können. Diese Maßnahme wurde offiziell mit dem Schutz der Spieler vor hohen Temperaturen in Nordamerika begründet.
Esther Lynch, Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), argumentiert, dass die WM zeige, wie Arbeits- und Belastungsbedingungen an zunehmende Hitze angepasst werden könnten. Bauarbeiter, Erntehelfer oder Busfahrer bräuchten zwar deutlich längere Erholungsphasen als Fußballprofis, doch das Prinzip sei durch die WM-Regel verdeutlicht.
Es wird jedoch der Eindruck erweckt, als wäre Arbeitnehmern das Trinken während der Arbeitszeit grundsätzlich verboten – was nicht der Realität entspricht. In zahlreichen Ländern sind Arbeitgeber bereits verpflichtet, Trinkwasser bereitzustellen oder bei Hitze entsprechende Schutzvorkehrungen zu treffen. In Deutschland schreiben die Arbeitsschutzregeln bei hohen Temperaturen bestimmte Maßnahmen vor. In Polen sind kostenlose Getränke ab bestimmten Temperaturen gesetzlich vorgeschrieben, und in Belgien müssen zusätzliche Pausen und Getränke angeboten werden, wenn Belastungsgrenzen überschritten werden.
Mit diesen Fakten konfrontiert, relativiert der Gewerkschaftsbund seine Forderung: Das Problem sei nicht das grundsätzliche Trinkverbot, sondern dass viele Beschäftigte in zeitintensiven oder körperlich anstrengenden Berufen kaum Gelegenheit zu ausreichenden Pausen hätten.
Der EGB weist darauf hin, dass hitzebedingte Arbeitsunfälle mit steigenden Temperaturen zunehmen und die Zahl der hitzebedingten Todesfälle am Arbeitsplatz in der EU seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen sei. Daher fordert er verbindliche Regeln zu Trinkwasser, Schattenplätzen, Ruhezeiten und gegebenenfalls Höchsttemperaturen für bestimmte Tätigkeiten. Diese Regelungen sind jedoch in den meisten Fällen bereits vorhanden.
Insgesamt wirkt die Forderung daher wie ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen. Sie ist Teil einer größeren Debatte über die Auswirkungen zunehmender Hitzewellen, die in Deutschland häufig populistisch geführt wird.
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