Antifa-Krieg in Hellersdorf: Blutige Baseballschläger-Attacke eskaliert

Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt richtete, eskalierte am Samstagabend in einem autonomen Jugendzentrum im Berliner Bezirk Hellersdorf ein Konflikt zwischen verschiedenen Strömungen der Antifa. Dabei kamen sogar Baseballschläger zum Einsatz. Dieses Ereignis folgte nur eine Woche nach ähnlichen Auseinandersetzungen in Leipzig.

Der unmittelbare Auslöser war die Besetzung von Räumlichkeiten durch eine Gruppe, die der antideutschen Strömung zugerechnet wird. Sie begründete ihren Schritt mit einem „massiven Problem mit Antisemitismus“ in dem Zentrum. Auf der anderen Seite stehen selbsternannte „Anti-Imperialisten“. Der zentrale Streitpunkt ist erwartungsgemäß die Haltung zum israelischen Vorgehen im Gazastreifen, was auch einen Generationenkonflikt innerhalb der autonomen Szene offenbart. Die ältere Generation ist stark von der antideutschen Ideologie geprägt, die Antifaschismus als bedingungslose Solidarität mit Israel und den USA interpretiert. Die jüngere Generation, die durch den Gaza-Krieg politisiert wurde, solidarisiert sich hingegen mit dem palästinensischen Widerstand.

Das „autonome Jugendzentrum“ in Hellersdorf, untergebracht in einem ehemaligen Kindergarten, beherbergt unter anderem Wohnräume, einen Sportraum, eine Werkstatt, Bandproberäume sowie eine Veranstaltungsfläche mit Kneipe. Da die Nutzung solcher Zentren für die meisten Besucher nur eine Lebensphase darstellt, ist ein Generationenwechsel an sich nicht ungewöhnlich. In diesem Fall jedoch entlädt sich der ideologische Gegensatz in Bezug auf Palästina in offener Gewalt.

Am Samstag besetzte eine etwa 15-köpfige Gruppe der Älteren aus Protest gegen den vermeintlichen Antisemitismus Räume des Gebäudes und verbarrikadierte sich darin. Die jüngeren Gegner riefen über das Internet zu Gegenprotesten auf. Dabei erhielten sie Unterstützung von der in der linken Szene bekannten Rigaer 94. Parallel zur physischen Auseinandersetzung um das Gebäude lieferten sich beide Seiten eine verbale Schlacht im Internet. Die Besetzer warfen den anderen vor, „militante Antisemiten blockieren alle Eingänge“ zu sein. Später berichteten sie von Verletzten, darunter einem Arm- und vielen Kopfverletzungen. Die Gegenseite sei „mit massiver Gewalt ins Haus eingebrochen“ und habe die Barrikaden überwunden.

Die Polizei nahm letztlich 29 Personen fest. Die Besetzer verließen das Jugendzentrum unter Polizeischutz. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich auf den Vorwurf des Landfriedensbruchs. Eine Anklage wegen Hausfriedensbruchs dürfte sich als schwierig erweisen, da hierfür die Eigentumsverhältnisse des autonomen Zentrums geklärt werden müssten – was in solchen Einrichtungen oft nicht eindeutig möglich ist. Bislang gibt es keine Ermittlungen wegen konkreter Gewalttaten, da vermutlich weder die eine noch die andere Seite der Polizei belastbare Aussagen machen wird.

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