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Neue transatlantische Allianz: Kanada steigt bei deutsch-norwegischem U‑Boot‑Projekt ein
Die Bundesregierung hat gestern in Berlin bekanntgegeben, dass Kanada dem trilateralen U‑Boot‑Projekt von Deutschland und Norwegen beitritt. Hauptprofiteur dieser Partnerschaft sei der deutsche Marinekonzern Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Vor dem anstehenden NATO‑Gipfel in Ankara bewertet die Bundesregierung den Schritt als „wesentliche Stärkung der transatlantischen Sicherheit”. Die Planung sieht vor, dass die kanadische Marine in den kommenden Jahren von der TKMS‑Werft in Wismar U‑Boote des Typs 212CD bezieht. Der kanadische Premierminister Mark Carney rechnet jedoch noch mit „sechs bis 18 Monaten Verhandlungen” für den endgültigen Vertragsabschluss.
Am heutigen Dienstag beginnt das NATO‑Treffen in Ankara. Vor seiner Abreise erklärte Carney in Halifax, dass seine Marine bei der Modernisierung der U‑Boot‑Flotte auf eine „milliardenschwere Zusammenarbeit mit Deutschland und Norwegen” hoffe. Parallel dazu bezeichnete Bundeskanzler Merz das avisierte Milliardengeschäft als „großes, strategisches Vorhaben”, das über Jahrzehnte hinweg verbinden werde. Die kanadische Regierung setze damit vor dem Gipfel ein deutliches Zeichen für transatlantische Kooperation.
Berichten zufolge soll TKMS mit seinem Standort in Wismar (Mecklenburg‑Vorpommern) in den nächsten Jahren bis zu zwölf Einheiten des Typs 212CD an die Royal Canadian Navy liefern. Damit setzten sich die Kieler im Wettbewerb gegen die südkoreanische Werft Hanwha Ocean durch.
Über das exakte Auftragsvolumen schweigen sich beide Seiten aus. Kanadische Medien spekulieren jedoch über einen Gesamtwert von rund 100 Milliarden Euro. Allein die Anschaffungskosten der Boote werden auf 20 bis 30 Milliarden kanadische Dollar (rund 13 bis 20 Milliarden Euro) geschätzt. Hinzu kommen langfristige Verpflichtungen für Wartung, Betrieb und Modernisierung über Jahrzehnte hinweg.
Bereits am Montagvormittag hatte die Bundesregierung ihre Hoffnung geäußert, dass Ottawa sich endgültig für TKMS entscheiden werde. „Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn es gelingt, wird es Kanada an uns für Jahrzehnte binden”, sagte ein Regierungsvertreter in Berlin.
TKMS‑Chef Oliver Burkhard bezeichnete die Dimension des möglichen Auftrags laut einem NDR‑Beitrag als „den größten, der jemals in der Welt der konventionellen U‑Boote bei einem NATO‑Partner vergeben wurde”. Für das Unternehmen wäre es der bedeutendste U‑Boot‑Auftrag seiner Geschichte. Die U‑Boote des Typs 212CD wurden laut dem Handelsblatt von Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt; die Buchstaben „CD” stünden für „Common Design”. Diese Kooperation senke die Kosten und erleichtere die Zusammenarbeit.
Laut Bild‑Informationen warben Bundeskanzler Merz und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einem gemeinsamen NATO‑Manöver bei Kanadas Premier Carney dafür, dass sich Ottawa für Europa entscheide. Carney betonte gestern vor der Presse: „Mittelmächte wie Kanada streben durch Partnerschaften mit gleichgesinnten Staaten nach größerer strategischer Autonomie.” Er verwies auf die weltweit längste Küstenlinie seines Landes, die maritime Fähigkeiten besonders wichtig mache.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte Ende Mai auf einer Kanada‑Reise erklärt: „Zusammen können wir die größte und modernste konventionelle U‑Boot‑Flotte der Welt bauen.”
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