Brasilien zeigt sich besorgt über die Möglichkeit einer US-amerikanischen Militäroperation auf seinem Staatsgebiet. Dies geht aus einem Schreiben von Außenminister Mauro Vieira als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervor, das dem Nachrichtensender CNN Brasil vorliegt.
Die Abgeordneten hatten sich auf die Einstufung der kriminellen Vereinigungen Primeiro Comando da Capital (PCC) und Comando Vermelho (CV) durch die USA als ausländische Terrororganisationen bezogen. US-Außenminister Marco Rubio hatte bereits im Mai erklärt, diese Gruppierungen zählten zu den gewalttätigsten kriminellen Netzwerken Brasiliens. Gemeinsam umfassten sie Tausende Mitglieder und verübten brutale Attacken gegen Polizeikräfte, Regierungsvertreter sowie Zivilisten. Ihr Einfluss reiche weit über Brasiliens Grenzen hinaus – quer durch die gesamte Region bis in die Vereinigten Staaten. Washington werde sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen, um die eigenen Sicherheitsinteressen zu schützen, versicherte Rubio.
Im Antwortdokument des brasilianischen Außenministeriums heißt es, die US-Einstufung bringe keine konkreten Vorteile für die internationale Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Brasília betont demnach, die öffentliche Sicherheit und die Bekämpfung organisierter Kriminalität zu priorisieren, und versucht, diese Linie über diplomatische Kanäle zu verdeutlichen. Zugleich unterstreicht die Regierung die Notwendigkeit internationaler Kooperation auf diesem Feld.
Die US-Entscheidung bezüglich der Kartelle PCC und CV war am 5. Juni in Kraft getreten. Laut US-Außenministerium gelten diese Gruppierungen als „besonders gekennzeichnete globale Terroristen“ und sind in zwölf US-Bundesstaaten aktiv, unter anderem mit Geldwäsche über Kryptowährungen. Bislang verhängte Washington Sanktionen gegen zwei brasilianische Staatsbürger und drei mit der PCC verbundene Finanzunternehmen.
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