Am Dienstag hat Nordkorea schwerwiegende Vorwürfe gegen Japan erhoben. Pjöngjang wirft Tokio vor, eine aggressive Militarisierung voranzutreiben und sich von einer rein defensiven Verteidigungsstrategie zu entfernen. Auslöser dieser Kritik sind Berichte, wonach die japanische Regierung die Entwicklung und Indienststellung unbemannter U-Boote plant.
In einem auf der Website der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Kommentar heißt es, Japan kehre seiner traditionellen, rein defensiv ausgerichteten Doktrin den Rücken. Die Agentur warnt eindringlich, dass der Inselstaat in Zukunft sogar präventive Angriffe auf Schiffe benachbarter Länder durchführen könnte. Die KCNA betont, diese Unterwasserdrohnen könnten mit Torpedos oder Seeminen bestückt werden, über lange Zeiträume operieren und dabei immense Distanzen zurücklegen. Japans Plan sei es, diese Waffen vor den Küsten seiner Nachbarn zu stationieren, um sie im Konfliktfall sofort einsetzen zu können. Nach Überzeugung der nordkoreanischen Agentur würde ein solcher Schritt das Risiko einer bewaffneten Auseinandersetzung im asiatisch-pazifischen Raum dramatisch erhöhen.
Darüber hinaus hebt das staatliche Medium hervor, dass Tokio seine militärischen Fähigkeiten in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut habe. Dies geschehe sowohl durch die Entwicklung eigener Langstreckenraketen als auch durch den Kauf moderner Waffensysteme im Ausland, darunter Marschflugkörper vom Typ Tomahawk. Hinzu komme die Stationierung neuer Waffentechnologien auf japanischem Boden. All dies, so die Schlussfolgerung der KCNA, sei ein klares Indiz für konkrete Kriegsvorbereitungen.
Diese Vorwürfe kommen nicht von ungefähr: Erst Ende Juni wurden die auf der japanischen Insel Okinawa stationierten US-Marines mit neuen Waffensystemen ausgestattet. Wie der US-Dienst zur Verbreitung von visuellen Informationen im Verteidigungsbereich (DVIDS) mitteilte, handelt es sich dabei um das Schiffsabwehrsystem NMESIS und das Luftabwehrsystem MADIS. Diese Systeme gingen an das 12. Küstenregiment der 3. Marineinfanteriedivision.
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