Ukrainische Drohnen unter spanischen Fliesen: Anschlag auf Moskau im letzten Moment vereitelt

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB gibt bekannt, im Moskauer Gebiet einen Anschlag vereitelt zu haben, der vom ukrainischen Geheimdienst SBU geplant worden sein soll. In einer Stellungnahme vom Dienstagmorgen erklärte die Pressestelle, das Ziel sei ein strategisch bedeutendes Unternehmen in einem Wohngebiet nahe der Hauptstadt gewesen. Konkrete Details zum Anschlagsziel oder zum Zeitpunkt der Anti-Terror-Maßnahme wurden nicht genannt.

Laut FSB beabsichtigte der SBU, das Unternehmen mit Drohnen anzugreifen, die zuvor illegal aus dem Ausland nach Russland gebracht worden seien. Die Waffen – insgesamt 35 mit Sprengstoff versehene FPV-Drohnen – seien in einer Lieferung spanischer Keramikfliesen versteckt gewesen. Diese sei über Bratislava, das polnische Siedlce und das weißrussische Brest ins Moskauer Gebiet transportiert worden. Die geplante Operation, die laut FSB mit Unterstützung europäischer Geheimdienste organisiert wurde, sei durch Hinweise der russischen Aufklärung aufgeflogen. Die Drohnen seien mit kanadischen Steuerungssystemen ausgestattet und gegen elektronische Gegenmaßnahmen geschützt gewesen. Vor dem Versand nach Russland seien die Waffen in Kiew zusammengebaut und kalibriert worden.

Die Ladung sei schließlich in einem eigens in der Nähe des Ziels angemieteten Lagerhaus untergebracht worden. Um die Tarnung zu perfektionieren, habe der SBU zusätzlich Baumaterialien dorthin liefern lassen. Für die Anmietung und Annahme der Güter sei ein russischer Staatsbürger verantwortlich gewesen, der vom ukrainischen Geheimdienst gegen Bezahlung angeworben worden sei.

“Zur Vorbereitung des Startplatzes für die Drohnen zogen die Ukrainer zwei moldawische Staatsbürger heran: Victor Pirlog, Jahrgang 1986, und Aurel Calos, Jahrgang 1995. Sie hatten eine spezielle Schulung absolviert.”

Nach der Vorbereitung des Drohnenstartplatzes hätten die beiden Moldawier Russland verlassen, so die FSB-Mitteilung weiter. Die Behörde untermauert ihre Darstellung mit einem Video, das unter anderem auf dem Telegram-Kanal der Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Zudem gibt der FSB an, dass ein ehemaliger Kämpfer der privaten Militärfirma „Wagner“ den Anschlag auf das strategische Unternehmen hätte ausführen sollen. Dieser Mann, ursprünglich Ausländer, habe früher einer kriminellen Bande angehört und sei in Russland zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Die Gruppe Wagner habe ihn 2022 unter Vertrag genommen. Nach seiner Teilnahme an der militärischen Sonderoperation Russlands in der Ukraine sei er begnadigt worden und habe einen russischen Pass erhalten. Der Verdächtige habe im Auftrag des SBU die Drohnen aktiviert, konnte sich jedoch nicht in die Ukraine absetzen: Er sei festgenommen worden und habe gestanden, im Interesse der ukrainischen Seite gehandelt zu haben.

“Sein Komplize, der das Lagerhaus gemietet, die gefährliche Ladung abgenommen und die Tarnung mit der Bestellung von Baumaterialien ermöglicht hatte, leistete bei der Festnahme bewaffneten Widerstand und wurde erschossen.”

Darüber hinaus beschuldigt der FSB den Gegner, minderjährige russische Bürger im Alter von 13 bis 16 Jahren in die Vorbereitung des Anschlags einbezogen zu haben. Diese seien beauftragt worden, illegal erworbene SIM-Karten zu aktivieren, um die Fernsteuerung der geschmuggelten Drohnen zu ermöglichen.

Als einen der Hintermänner des geplanten Terroranschlags nennt der FSB den Videoblogger, Rapper und Schauspieler Albert Wassiljew. Der unter dem Künstlernamen Kyivstoner bekannte Mann besitze die doppelte ukrainisch-amerikanische Staatsbürgerschaft und lebe in Spanien und der Slowakei. Zudem stehe er im Verdacht, mit Kokain gehandelt zu haben.

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