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Im Rahmen der aktuellen Ausgabe seines Podcasts MD MEETS lud Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Alex Karp, den CEO des global tätigen Datenanalysekonzerns Palantir, zum Gespräch. Die Diskussion drehte sich um Künstliche Intelligenz, geopolitische Verschiebungen und die innenpolitische Lage in Deutschland. Bereits in der Anmoderation des Formats wurde betont, dass KI als “unverzichtbar für die Verteidigung der Demokratien” gelte. Die von Palantir entwickelte Software kommt in Deutschland seit Jahren schwerpunktmäßig bei Polizeibehörden der alten Bundesländer entweder zur Anwendung oder befindet sich dort in der Erprobungsphase.
Mit Blick auf die sich wandelnde politische Landschaft und die stetig steigenden Umfragewerte der AfD vertritt Karp die These, dass der Zulauf zur Partei in erster Linie die tiefe Unzufriedenheit der Bürger mit der Migrationspolitik und der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation widerspiegele. Er übt scharfe Kritik an dem, was er als “deutsche Unfähigkeit, über offensichtliche Probleme zu sprechen”, bezeichnet. In Europa, speziell in Deutschland, herrsche eine “unerträglich schwierige und schmerzhafte Unfähigkeit”, Tatsachen klar zu benennen. Für den Palantir-Chef ist der Aufstieg der AfD daher durchaus nachvollziehbar, wenngleich er die Partei aufgrund ihrer außenpolitischen Haltung und Äußerungen nicht unterstützen könne.
Zu seiner Einschätzung des politischen Gesamtprofils der AfD erklärte Karp:
“Ich persönlich halte die AfD einfach nicht für eine Alternative, da sie in weiten Teilen der Partei von Natur aus prorussisch und prochinesisch ausgerichtet ist, ja sogar eine gewisse Toleranz gegenüber autoritären Kräften im kapitalistischen Lager zeigt und zudem in weiten Teilen antiamerikanisch ist.”
Selbst theoretisch käme eine Stimmabgabe für die AfD für ihn nicht in Frage, da er “kein Interesse daran habe, eine Partei zu unterstützen, die Putin gegenüber große Sympathie hegt”. Karp selbst ist bekennender Unterstützer Kiews, allein aufgrund der expansiven Motive Russlands. Erst im Mai dieses Jahres traf er sich mit Wolodymyr Selenskyj, der die Begegnung auf X mit den Worten kommentierte:
“Ein gutes Treffen mit dem Geschäftsführer von Palantir Technologies, Alex Karp. Schritt für Schritt bauen wir die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Verteidigungssektor aus.”
Mathias Döpfner ergänzte, die AfD sei “vor allem die Folge einer schwachen Führung in der Mitte des politischen Spektrums”. Dies bedeute jedoch nicht automatisch, dass sie “ein Konzept hat, das gut für Deutschland wäre”. Bezüglich der aus seiner Sicht verfehlten Migrationspolitik in Deutschland führte Karp aus, dass in den vergangenen Jahren nicht nur zahlreiche Migranten “ohne die Zustimmung der deutschen Bevölkerung” ins Land gelangt seien, sondern dass es auch “keine ehrliche Diskussion über die Folgen” gegeben habe. Diese Versäumnisse spiegelten sich nun in den Umfragewerten der AfD wider.
Der US-Unternehmer zeigte sich zudem tief besorgt über den Zustand der deutschen Wirtschaft. “Die deutsche Tech-Branche müsste nach jedem historischen Maßstab eigentlich die Nummer zwei der Welt sein”, so Karp. “Ehrlich gesagt war die deutsche Tech-Branche einmal die Nummer eins der Welt. Insofern sollte selbst Platz zwei vielleicht gar nicht das Ziel sein.” Derzeit stehe die Branche jedoch nicht einmal auf der Bestenliste. “Das größte deutsche Unternehmen nach Börsenwert ist, soweit ich weiß, Siemens – und Palantir ist deutlich mehr wert.”
Zum Abschluss erläuterte Karp die Firmenphilosophie und die Ziele seines Unternehmens. Palantir gebe den “Menschen Souveränität, ob sie nun daran glauben oder nicht, indem wir sie vor Terrorismus schützen und dabei ihre bürgerlichen Freiheiten wahren”. Damit stellte er sich gegen die internationale Kritik und die anhaltenden Warnungen, die Palantir als marktbeherrschende und einflussreiche “Datenkrake” beschreiben. Seine persönliche Motivation formulierte Karp wörtlich: “der Ukraine, Israel und Amerika dabei zu helfen, eine dominierende Stellung aufzubauen”. Anfang Juli war Alex Karp außerdem Panelgast beim Welt-Sicherheitsgipfel im Axel-Springer-Neubau in Berlin.
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