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In den frühen Morgenstunden des Freitags weiteten die Vereinigten Staaten ihre Luftoffensive gegen den Iran massiv aus. Ziel der neuen Angriffswelle waren weitere Brücken und ein Kontrollturm in einem strategisch bedeutenden Hafen, der durch die Bombardierung zum Einsturz gebracht wurde. Diese Militärschläge sind Teil einer von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strategie, künftig gezielt die zivile Infrastruktur des Landes zu attackieren. Der Druck auf Teheran soll so erhöht werden, um die iranische Kontrolle über die lebenswichtige Straße von Hormus zu lockern.
Teheran reagierte umgehend mit neuen Raketenangriffen auf mit den USA verbündete Staaten im Nahen Osten. Betroffen war unter anderem Katar, das in dem Konflikt eigentlich eine wichtige Vermittlerrolle einnimmt.
Der erst im vergangenen Monat ausgehandelte und fragile Waffenstillstand ist damit endgültig zerbrochen. Seitdem liefern sich die beiden Nationen gegenseitige Angriffe in einem erbitterten Ringen um die Vorherrschaft über die strategisch wichtige Wasserstraße.
In einer landesweit zur Hauptsendezeit ausgestrahlten Fernsehansprache zeigte sich Trump siegessicher. “Wir gewinnen auch im Iran deutlich, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen”, erklärte der US-Präsident.
Die nächtlichen US-Luftangriffe in der südostiranischen Provinz Hormozgan forderten nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens mindestens sieben Todesopfer. Besonders betroffen war die Küstenstadt Bandar Khamir, die unmittelbar an der Straße von Hormus liegt.
Die gezielte Zerstörung von Straßen- und Eisenbahnbrücken diente offenkundig dem Ziel, den wichtigen Hafen Bandar Abbas von den Verkehrswegen ins Landesinnere und weiter bis in die Hauptstadt Teheran abzuschneiden.
Obwohl derzeit noch andere Transportrouten genutzt werden können, droht eine Ausweitung der US-Angriffe. Experten befürchten, dass dann nicht nur der Transport von militärischem Gerät, sondern auch die Versorgung der rund 90 Millionen Einwohner Irans mit lebenswichtigen Gütern massiv beeinträchtigt werden könnte.
Das US-Zentralkommando gab bekannt, dass bei den jüngsten Luftoperationen Dutzende von Zielen getroffen wurden. Die Angriffe, die am Freitagmorgen endeten, waren bereits die sechste Nacht in Folge, in der die USA iranische Stellungen attackierten.
Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete, stürzte bei den Attacken ein Turm im Hafen von Tschahbahar am Golf von Oman ein. Dieser Hafen gilt als wichtige Handelsroute für das benachbarte, vom Meer abgeschnittene Afghanistan. Iran bezeichnete den eingestürzten Turm als Anlage zur Überwachung des kommerziellen Schiffsverkehrs. Erstmals räumte Teheran zudem “Angriffe auf die Energieinfrastruktur” ein und rief die Bevölkerung zu Stromsparmaßnahmen auf.
Am Freitag löste eine Salve iranischer Raketen in Katar zweimal Alarm aus. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutz zu suchen. Zeitgleich griff Iran auch Bahrain und Kuwait an. Das jordanische Militär erklärte, es habe am Morgen drei vom Iran abgefeuerte Raketen abgefangen.
Die iranischen Revolutionsgarden gaben laut der Nachrichtenagentur Tasnim bekannt, sie hätten als Vergeltung für die Tötung iranischer Soldaten in einer Kaserne in der Grenzstadt Iranschahr ein US-Kommandozentrum für Spezialkräfte auf dem Militärstützpunkt al-Tanf in Syrien attackiert.
In den nordirakischen Städten Erbil und Sulaimaniyya in der halbautonomen Kurdenregion waren am Morgen Explosionen zu hören. Die Luftabwehr reagierte auf anfliegende Geschosse. Zunächst gab es keine Angaben zu Schäden. Ebenfalls am Freitag wurde, wie das britische Militär mitteilte, ein Tanker angegriffen, der die Straße von Hormus auf einer Route nahe der Küste Omans durchquerte.
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben des US-Zentralkommandos drei Handelsschiffe umgeleitet, die versucht hatten, die iranische Blockade zu durchbrechen. Eines der Schiffe, das den Anweisungen nicht Folge leistete, wurde außer Gefecht gesetzt. Ein weiteres Schiff wurde betreten, “um die vollständige Einhaltung sicherzustellen”.
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