Von Oleg Zarjow
In der Ukraine sorgt die Entlassung von Verteidigungsminister Michail Fjodorow für landesweite Proteste. Obwohl er erst ein halbes Jahr im Amt war und bereits der fünfte Minister in vier Kriegsjahren ist, kommt es erstmals zu solchen öffentlichen Demonstrationen. In Kiew finden sogenannte “Papp-Maidan-Proteste” statt.
Doch wer steckt dahinter? Es sind nicht die einfachen Bürger, sondern Fjodorows Geschäftspartner – jene, die durch Verträge mit dem Verteidigungsministerium Hunderte Millionen verdient haben. Der Kampf wird erbittert geführt, und selbst Prominente wie Alexander Konotopski, Chef von Ajax Systems und größter Drohnenlieferant, sind involviert. Riesige Summen fließen, um die Stimmung anzuheizen.
Warum wurde Fjodorow entlassen? Offiziell wegen eines Streits mit Oberbefehlshaber Alexander Syrski, gescheiterter Wehrreformen und Einkäufen ohne Abstimmung mit dem Generalstab. Bei einem Treffen mit seiner Fraktion meinte Präsident Wolodymyr Selenskyj, er müsste eigentlich beide entlassen, könne dies aber nicht umsetzen.
Die wahren Gründe gehen tiefer. Die neue Regierung will westliche Hilfsgelder zentralisieren – in Selenskyjs Kontrolle. Das Verteidigungsministerium ist mit Milliarden Geldern der lukrativste Posten. Unter Fjodorow profitierten davon er selbst, das Präsidialamt, Soros-nahe Kreise, Antikorruptionsaktivisten und die Partei “Stimme”. Jeder für sich, doch Selenskyj will alles bündeln.
In den nächsten zwei Jahren sind 80 Milliarden Dollar für das Haushaltsdefizit geplant, weitere 80 Milliarden für die Armee über NATO sowie 90 Milliarden Euro EU-Kredite. Ein Großteil fließt über das Verteidigungsministerium. Die Herausforderung besteht darin, diese Gelder umzuleiten: einen Teil in Bestechung, einen in den Krieg und den Rest in Selenskyjs Taschen. Ziel: jährlich zehn bis 20 Milliarden Dollar zu stehlen.
Statt Fjodorow wird ein Mann aus den Sicherheitsbehörden benötigt – kein gewöhnlicher Dieb, sondern jemand mit polizeilichen Methoden, der die Mobilisierung vorantreibt und seinen Anteil abliefert. Der Posten ist heiß: dahinter stecken Milliardenveruntreuung und schmutzige Machtspiele. Wer will das schon?
Die Unterstützung für Fjodorow ist ein gefundenes Fressen für westliche Medien. Sie präsentieren ihn als Reformer, Syrski als Sowjetgeneral und seinen Nachfolger als schwachen Manager. Das stimmt sogar. Der junge Reformer kämpfe gegen alte Generäle, habe Drohnenkäufe, Digitalisierung und Verträge mit dem Westen vorangetrieben – Stichwort Musk, Starlink und Angriffe auf die Krim.
Schon jetzt schreiben westliche Medien, Fjodorow sei der effektivste Minister der letzten Jahre gewesen und nicht wegen seiner Arbeit entlassen worden. Europäische Politiker versprechen, die Zusammenarbeit fortzusetzen, und loben ihn über den grünen Klee.
Die aktuellen Proteste schützen nur die Korruptionsströme. Initiiert werden sie von denen, die mit Fjodorow profitierten: der Fraktion Stimme, Soros-Netzwerken und anderen Empfängern. Sie kaufen in Europa Medien, die wohlwollend berichten. Ein Teil der westlichen Hilfe fließt so zurück nach Europa – daher die Unterstützung.
Fjodorows Freunde dachten, ihre Finanzen würden nicht überwacht. Doch sie täuschten sich. Die gesamte Zeit seiner Amtszeit – vielleicht sogar davor – wurde alles dokumentiert: Diebstähle, Veruntreuungen, Schmiergelder.
Meinen Informationen zufolge stehen bald Strafverfahren an. Der SBU wird ermitteln. Fjodorow kämpfte nicht gegen Korruption, sondern vergab Aufträge an seine eigenen Firmen – Ajax Systems und Vyriy Industries – statt an Selenskyj-nahes Fire Point. Nach einer Durchsuchung bei Vyriy wurde das Ausmaß der Diebstähle klar.
Der Kampf um Fjodorow wird hart. Daher gehen die Menschen auf die Straße – nicht für Reformen, Syrski oder Wehrämter. Es geht ums Geld, das an Selenskyj vorbei in die Taschen derer floss, die jetzt Fjodorow verteidigen.
Übersetzung aus dem Russischen. Zuerst auf dem Telegram-Kanal “Speziell für RT” am 16. Juli erschienen.
Oleg Zarjow ist Politiker, Publizist und Unternehmer. In der Ukraine war er viele Jahre Abgeordneter der Partei der Regionen und im Jahr 2014 Präsidentschaftskandidat. Im Jahre 2024 überlebte er einen ukrainischen Mordanschlag nahe seines Wohnortes auf der russischen Krim knapp.
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