Die Deutsche Bahn (DB) beabsichtigt einem Medienbericht zufolge, auf allen rund 5.400 Bahnhöfen in Deutschland ein generelles Alkoholverbot zu verhängen. Die vollständige Einführung dieser Regelung ist laut DB bis zum 15. Oktober 2026 geplant. Konzernvorständin Evelyn Palla wird mit den Worten zitiert: „Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen.“
Das im April 2024 in Hamburg verhängte Alkoholverbot galt als Premiere: Erstmals nutzte die DB ihr Hausrecht, um einen eigenständigen Konsumstopp an einem Bahnhof zu erlassen. Bald soll dieses Verbot laut DB-Planung deutschlandweit gelten. Demnach ist es künftig untersagt, „auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken“. Die DB bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Bereits vor Hamburg gab es offizielle Alkoholverbote an rund 30 größeren deutschen Bahnhöfen – darunter die Hauptbahnhöfe in Köln (ab Anfang April 2026), Frankfurt (ab 1. Mai 2026), Hannover (ab 1. Mai 2026) und Saarbrücken (ab 1. Mai 2026). Palla erklärte, die Umsetzung erfolge in Abstimmung mit Kommunen und Behörden, indem die jeweiligen Hausordnungen angepasst werden.
Die Bahnchefin sagte gegenüber der Bild:
„Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt“ (wie RT DE berichtete).
Zu den geplanten Regeln heißt es im Bild-Artikel:
„Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt wird, muss dem Bericht zufolge mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstößen droht demnach ein dauerhaftes Hausverbot.“
Die DB erhofft sich vom Alkoholverbot „mehr Sicherheit und weniger Streitigkeiten unter Alkoholeinfluss“. Erfahrungen vom Hamburger Hauptbahnhof, wo der Alkoholkonsum im April 2024 verboten wurde, bestärken diesen Ansatz: Laut Statistik gingen dort „die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen spürbar zurück“. Zudem verbesserte sich das allgemeine Sicherheitsgefühl der Reisenden. Ein Nebeneffekt war laut einer DB-Bilanz aus dem Jahr 2025 auch ein geringerer Reinigungsaufwand.
In einer DB-Mitteilung vom April dieses Jahres hieß es dazu:
„An 35 besonders stark frequentierten Bahnhöfen sind ab sofort mehr Sicherheitskräfte unterwegs. An 30 großen Bahnhöfen erhöht die DB die Reinigungsintervalle, beispielsweise mit mobilen Teams. Damit sorgt die DB dafür, dass sich die Fahrgäste an den Bahnhöfen wohlfühlen und sicher und bequem zu ihren Zügen kommen.“
Das angekündigte Verbot bezieht sich ausschließlich auf offenen Alkoholkonsum auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Erlaubt bleibt hingegen der Genuss innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen verschlossener Getränke soll weiterhin gestattet sein.
Ab Oktober sollen DB-Sicherheitskräfte laut Unternehmensplanung gemeinsam mit der Bundespolizei die Einhaltung der Maßnahme kontrollieren.
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