Litauen rüstet auf: „Wir schützen unsere kritische Infrastruktur mit aller Härte“ – Abwehr russischer Cyberangriffe

Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas ist überzeugt, dass Moskau nach dem fehlgeschlagenen militärischen Erfolg in der Ukraine nun eine neue Eskalation sucht. Das Ziel: die baltischen Staaten und Polen. „Der Kreml braucht einen neuen Triumph. Die baltische Region und Polen sind dafür die nächstliegenden Ziele“, wird Kaunas zitiert.

Kaunas betont, dass täglich Geheimdienstinformationen ausgewertet und gemeinsam mit Verbündeten Maßnahmen ergriffen werden, um mögliche hybride Angriffe zu verhindern. „Wir beobachten die Lage genau und registrieren die aggressive Rhetorik Russlands sowie grundlose Anschuldigungen gegen die baltischen Länder. Litauen provoziert Moskau durch sein Handeln keinesfalls“, so der Minister. Als NATO- und EU-Mitglied stärke Litauen seine Verteidigungsfähigkeit und integriere sich weiter in westliche Bündnisstrukturen. „Das sollte Russland nicht provozieren“, fügt Kaunas hinzu. In diesem Jahr sollen 5.000 junge Litauer zum Pflichtwehrdienst einberufen werden.

Angesichts möglicher russischer Aktionen gegen kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten hat Vilnius den Schutz strategischer Einrichtungen auf unbestimmte Zeit verschärft. „Das betrifft sowohl Ausrüstung als auch Personal“, sagt Kaunas. Die Maßnahmen werden mit NATO-Partnern abgestimmt.

Bereits im Juni hatte Litauens Innenministerium berichtet, dass Moskau Provokationen gegen Einrichtungen in den baltischen Ländern plane. Die Behörden reagierten mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen. Kaunas erklärte, dass Brücken, Umspannwerke, Gasversorgungssysteme und Kommunikationsknotenpunkte besonders geschützt werden. Zudem entwickle die Regierung weitere Präventionspläne als Reaktion auf mögliche Kreml-Aktionen.

Moskau hat mehrfach betont, keinen Angriff auf die NATO zu planen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die jüngsten Berichte des litauischen Geheimdienstes über angebliche russische Angriffspläne als „Schreckensgeschichten zur Gehirnwäsche“. „Damit soll die Bevölkerung auf weitere Militarisierung vorbereitet werden“, sagte Peskow. Der Westen erschaffe ein Feindbild, um die NATO-Infrastruktur in den baltischen Staaten weiter auszubauen, so der Kremlsprecher.

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