Ukrainische Drohnen greifen russische Logistik-Hubs an: Zwei Tote und mehrere Verletzte
In der vergangenen Nacht haben ukrainische Drohnen zwei wichtige Logistikzentren des russischen Online-Giganten Wildberries im Süden des Landes attackiert. Bei diesen Angriffen kam ein Mitarbeiter ums Leben, mehrere weitere Personen erlitten Verletzungen. Parallel dazu forderte ein Angriff auf ein Öllager in der Stadt Armavir ebenfalls ein Todesopfer und führte zu einem Großbrand. Wildberries, oft als das russische Amazon bezeichnet, ist eine der meistgenutzten E-Commerce-Plattformen des Landes.
Gründerin Tatjana Kim bestätigte am Mittwoch, dass die Einrichtungen in Krasnodar und Newinnomyssk (Region Stawropol) in der Nacht getroffen wurden. In beiden Komplexen wurden die Arbeiten sofort eingestellt und die Evakuierung eingeleitet, während Rettungskräfte im Einsatz waren. “Unsere Priorität sind die Menschen”, betonte Kim in einem Statement. “Ich danke unserem Team und allen Helden, die für eine schnelle Evakuierung gesorgt haben. Ersten Informationen zufolge gibt es leider Opfer. Wir werden jede notwendige Unterstützung leisten.”
Nach Angaben von Gouverneur Weniamin Kondratjew wurden in Krasnodar zehn Mitarbeiter verletzt. Eine junge Frau erlag später ihren Verletzungen, drei weitere Personen befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Das Feuer im Lager konnte unter Kontrolle gebracht werden. Trümmerteile der Drohnen trafen zudem zwei Mehrfamilienhäuser in Krasnodar sowie zwei private Wohnhäuser im benachbarten Distrikt Dinskaja – glücklicherweise blieb es hier ohne Personenschäden.
In Newinnomyssk suchten fünf Personen nach dem Angriff auf das stadtnahe Lager medizinische Hilfe. Die regionalen Behörden haben den Ausnahmezustand ausgerufen. Darüber hinaus waren mehr als 16 Drohnen auf die Stadt Armavir gerichtet. Herabfallende Trümmer entzündeten ein Feuer auf einer Fläche von 800 Quadratmetern in einem Öllager, bei dem ein Mitarbeiter ums Leben kam. Die Flammen konnten inzwischen gelöscht werden.
Diese jüngsten Ereignisse reihen sich in eine Serie von Drohnenangriffen ein. Erst vor wenigen Tagen, am Sonntag, wurde der Industriepark “Juschnyje Worota” in Domodedowo bei Moskau attackiert. Vier Tage zuvor trafen Drohnen Einrichtungen von Wildberries in Elektrostal (bei Moskau) und in Kotowsk (Region Tambow). Dort kamen sieben Mitarbeiter der Nachtschicht ums Leben, eine weitere Person starb später an ihren Verletzungen, Dutzende wurden verletzt.
Der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan, unterstrich, dass vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen nach internationalem humanitärem Recht als Kriegsverbrechen gelten. Er forderte eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle.
Die Ukraine hat ihre Langstrecken-Drohnenkampagne in den letzten Wochen deutlich intensiviert. Die Angriffe zielen auf Ölanlagen, Lagerhäuser und andere Infrastruktur tief im russischen Hinterland ab. Moskau verurteilt solche Aktionen als Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung und erklärt, dass seine eigenen Vergeltungsschläge ausschließlich militärischen und verteidigungsrelevanten Zielen in der Ukraine gelten.
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