Nach wochenlangem Kopf-an-Kopf-Rennen der bedeutendsten Berliner Parteien zeigt eine aktuelle Umfrage des INSA-Instituts, die im Auftrag des Nachrichtenportals Nius durchgeführt wurde, einen leichten Vorsprung der Alternative für Deutschland (AfD) vor ihren Konkurrenten. Konkret erreicht die Partei von Spitzenkandidatin Kristin Brinke einen Prozentpunkt mehr als die regierende CDU, während deren Koalitionspartner SPD weiterhin Zustimmung einbüßt. Die Linke setzt ihren Aufwärtstrend unvermindert fort.
Für die 50-jährige Brinke, die seit 2021 die AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus anführt, stellt dieses Ergebnis der Nius-Umfrage eine Premiere dar: Noch nie zuvor konnte die Berliner AfD laut einer Erhebung als allein stärkste politische Kraft in der Hauptstadt punkten. Zwar hatte die Partei im Jahresverlauf 2025 in Umfragen spürbar zugelegt, lag jedoch meist hinter der CDU oder der Linken zurück. Die aktuellen Werte, in Klammern die Zahlen aus dem Mai dieses Jahres, zeigen folgendes Bild:
- AfD: 19 Prozent (+1)
- CDU: 18 Prozent (-2)
- Linke: 18 Prozent (+3)
- Grüne: 16 Prozent (+1)
- SPD: 13 Prozent (-3)
- FDP: vier Prozent
- BSW: vier Prozent
- Andere: acht Prozent
Im April 2026 wies ein „BerlinTrend” von Infratest dimap mehrere Parteien ebenfalls nahezu gleichauf aus, wobei die Linke damals als stärkste Kraft ermittelt wurde.
Der Berliner Tagesspiegel kommentiert die Veröffentlichung dieser jüngsten Umfrageergebnisse wie folgt:
„Die Insa-Umfrage wurde vom rechtspopulistischen Portal Nius in Auftrag gegeben, das regelmäßig mit journalistischer Grenzüberschreitung auffällt.”
Im Gegenzug präsentiert die Redaktion des Tagesspiegels ihren Lesern einen Wahltrend der vergangenen drei Monate, der die Linke weiterhin auf dem ersten Platz vor der CDU sieht. Die AfD käme demnach lediglich auf 17,7 Prozent Zustimmung und den dritten Rang. Die SPD würde sogar auf unter 13 Prozent fallen.
Die Datenerhebung erfolgte laut Nius-Artikel vom 14. bis zum 21. Juli „und somit nach dem Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner als Spitzenkandidat der CDU”.
Eine kürzlich veröffentlichte Infratest-Umfrage für den Sender RBB zeichnete im Vergleich zu den heutigen Zahlen ein völlig anderes Bild der Parteizustimmung. Dort führte ebenfalls die Linke (22 Prozent), während die AfD mit 16 Prozent hinter den Grünen (17 Prozent) landete. Die regierende CDU hatte sich nach dem Wegner-Debakel wieder auf 20 Prozent und den zweiten Platz gefestigt.
„77 Prozent der Befragten empfanden es zu diesem Zeitpunkt als richtig, dass Bürgermeister Kai Wegner nicht mehr als CDU-Spitzenkandidat antritt”. Als Nachfolger für den restlichen Wahlkampf wurde Finanzsenator Stefan Evers bestimmt.
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