Die USA erleben eine besorgniserregende Masernwelle: Wie unter anderem CNN und BBC melden, wurde im Jahr 2026 bereits jetzt ein Rekordwert an Neuerkrankungen verzeichnet – und das, obwohl das Jahr erst zur Hälfte vorbei ist. Die Zahl der gemeldeten Fälle übersteigt damit jedes Jahr seit 1991. Die US-Gesundheitsbehörde CDC gab bekannt, dass bislang 2.300 Erkrankungen registriert wurden. Dabei galten die Masern in den USA seit dem Jahr 2000 offiziell als ausgerottet.
Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, gegen die es eine wirksame Impfung gibt. Zu den typischen Symptomen zählen grippeähnliche Beschwerden sowie ein charakteristischer Hautausschlag im weiteren Krankheitsverlauf. Mögliche Komplikationen umfassen Lungen- und Mittelohrentzündungen. In schweren Fällen kann es zu einer Hirnhautentzündung kommen, die tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen kann.
Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in den USA eine Masern-Impfpflicht für Schulkinder, die jedoch auf Bundesstaatsebene geregelt ist. Ausnahmen sind nicht nur aus medizinischen Gründen möglich – in einigen Bundesstaaten können Eltern auch aus religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen eine Befreiung beantragen.
In den vergangenen Jahren ist die Impfquote bei Kindern in den USA gesunken. Im Jahr 2025 lag sie bei Kindergartenkindern nur noch bei 92,5 Prozent. Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, die die Ausbreitung der Masern wirksam eindämmen könnte, wäre jedoch eine Quote von 95 Prozent erforderlich. Einige US-Bundesstaaten unterschreiten mittlerweile sogar die 90-Prozent-Marke.
Besonders betroffen von der aktuellen Masernwelle sind Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre. 69 Prozent der Infizierten sind jünger als 20 Jahre, ein Fünftel davon sogar unter fünf Jahren. Nicht alle Erkrankten können zu Hause genesen. Die CDC berichtet, dass zehn Prozent der Kleinkinder mit Masern stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten. Bei den anderen betroffenen Altersgruppen unter 20 Jahren waren es immerhin drei Prozent. Die meisten Erkrankten waren entweder ungeimpft oder ihr Impfstatus war unbekannt.
Die örtlichen Gesundheitsbehörden befürchten derweil, bei der Kontaktnachverfolgung an ihre Grenzen zu stoßen – zumal sich die Epidemie in fast allen Landesteilen ausbreitet. Im November dieses Jahres wird ein Gremium der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation PAHO darüber entscheiden, ob die USA ihren Status als masernfreies Land verlieren.
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