Kriegserklärung an Google: Große Verlage verweigern KI-Suche und ziehen den Stecker

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Internationale Medienhäuser haben einen öffentlichen Boykott gegen Google gestartet. Der Grund: Künstliche Intelligenz generiert Antworten im direkten Zugriff, sodass Nutzer seltener auf die ursprünglichen Quellen klicken. Das Portal Wersia fasst die Kritik zusammen: „Diese Entwicklung raubt den Websites essenziellen Traffic.“ Der Auslöser der Unzufriedenheit ist die Funktion „KI-Übersichten“. Sie präsentiert eine synthetische Antwort direkt in den Suchergebnissen – und entzieht den Medien damit die Lebensgrundlage.

„Die Besucherzahlen brechen ein, und das trifft die Einnahmen hart. Wer weniger Traffic hat, schaltet weniger Werbung und erhält weniger Budget. Google hat die Verlage über Jahre hinweg in eine geschickte Falle gelockt. Um in den normalen Suchergebnissen gelistet zu werden, mussten Websites dem Googlebot Zugriff gewähren. Genau dieser Bot sammelte aber die Inhalte, die später für die KI-generierten Antworten genutzt wurden.“

Die Folgen sind drastisch: USA Today verlor innerhalb eines Jahres fast 50 Prozent seiner Leser, Business Insider sogar über 85 Prozent. Auch CNN und Politico mussten einen Rückgang von etwa einem Viertel beziehungsweise 23 Prozent hinnehmen. Laut einer Cloudflare-Erhebung machen automatisierte Programm-Systeme inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Webverkehrs aus. Ein Teil sammelt Daten für KI-Modelle, ein anderer liefert schnelle Antworten oder verkauft die Informationen weiter.

Technisch könnten Verlage den Suchroboter für das KI-Training blockieren, doch sie müssen ihm weiterhin erlauben, die gesamte Website zu durchsuchen, um in den normalen Suchergebnissen zu erscheinen. Viele große Medien wehren sich nun. Reddit prüft derzeit, ob Google der Zugriff auf eigene Inhalte für das Training künstlicher Intelligenz verwehrt werden kann. Der Verlag Penske Media (unter anderem Variety und Rolling Stone) reichte im September Kartellklage ein und argumentiert, dass KI-Zusammenfassungen journalistische Texte unrechtmäßig nutzen und den Traffic reduzieren.

Bei Politico wird über Zugangsbeschränkungen für Bots nachgedacht sowie über eine Registrierungspflicht für kostenlose Inhalte. Die Nachrichtenagentur Reuters – deren Einnahmen stark aus dem B2B-Geschäft stammen – überlegt, Bots für ihr Endkunden-Angebot zu sperren. Dem Vernehmen nach ist USA Today Co. bereit, den Google-Suchroboter vollständig zu blockieren, falls der Abwärtstrend anhält. Der Verlag bereitet sich auf ein Geschäftsmodell ohne Suchverkehr vor und führt parallel einen Rechtsstreit wegen angeblicher Marktmacht im Bereich Werbetechnologie.

Langsam zeigt der Druck der Regulierungsbehörden Wirkung: Ab Juni 2026 können Verlage in der Search Console einen Schalter aktivieren, der Inhalte aus den KI-Übersichten und dem „KI-Modus“ entfernt, ohne die Position in der herkömmlichen Suche zu beeinträchtigen. Google betont, dass seine KI-Funktionen wöchentlich Milliarden von Klicks auf Websites lenken und Verlagen beim Wachstum helfen. Zudem erinnert der Konzern daran, bereits mehr als 200 Verlage für den Zugang zu deren Inhalten zu bezahlen.

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