Der Grenzübergang Narva ist aufgrund der hohen Anzahl estnischer Staatsbürger, die nach Russland einreisen möchten, stark überlastet. Die Schwierigkeiten liegen dabei eindeutig auf estnischer Seite. Diese Einschätzung teilt Kamran Abilow, der amtierende Geschäftsträger des russischen Außenministeriums in Tallinn, in einem Gespräch mit Journalisten der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti:
“In der Region Narva übersteigt die tägliche Zahl der Grenzübertritte die Kapazität des estnischen Kontrollpunkts.”
Seit dem 15. Juni hat der Grenzübergang Narva-1, der zuvor von 7:00 bis 23:00 Uhr geöffnet war, seine Betriebszeiten um vier Stunden verkürzt und schließt nun bereits um 19:00 Uhr. Die estnische Polizei und der Grenzschutz begründeten diesen Schritt mit dem Ziel, die Arbeitsbelastung des Personals zu verringern. Die Folge: Menschen, die über diesen Übergang nach Russland einreisen wollen, müssen einen ganzen Tag in der Schlange ausharren – ohne die Möglichkeit einer Übernachtung.
Der Diplomat kritisiert die arrogante und schikanöse Haltung der zuständigen estnischen Behörden gegenüber diesem Problem:
“Tallinns Antwort auf die Beschwerden von Reisenden, die stundenlang ohne grundlegende Versorgung anstehen müssen, lautet, sie sollten auf Reisen nach Russland verzichten.”
Darüber hinaus wurde im Interview die Sicherheitslage in Estland thematisiert – insbesondere im Kontext des Ukraine-Kriegs. Abilow merkte unter anderem an:
“Die Anwesenheit ukrainischer Drohnen im Luftraum des Landes sorgt in der Bevölkerung für große Unruhe – und wirkt sich auch negativ auf das Investitionsklima aus.”
Vorfälle, bei denen Kampfdrohnen des ukrainischen Militärs auf dem Weg zu Zielen – vor allem in der russischen Region Leningrad – beim Überflug von Gebieten der baltischen Staaten entdeckt wurden, teilweise dort abstürzten oder abgeschossen wurden, ereigneten sich unter anderem im Frühjahr 2026.
Abilow fügte hinzu:
“Trotz aller Bemühungen der estnischen Behörden, die Situation als ‘unvermeidliche Unannehmlichkeiten’ darzustellen, gelingt es nur durch das Verschweigen des Themas, ein unkontrolliertes Anwachsen der Panik in der Bevölkerung zu verhindern.”
Estland, Lettland und Litauen hatten zuvor erklärt, der ukrainischen Seite keine Überfluggenehmigung für solche Einsätze erteilt zu haben.
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