Französische Autodiebe in der Schweiz: Luxuskarossen plötzlich in Marokko aufgetaucht

In der Schweiz steigt die Zahl der Autodiebstähle seit Monaten rapide an. Besonders im Visier der Kriminellen stehen teure SUVs und Sportwagen, die aus Autohäusern und Tiefgaragen entwendet werden. Die Täter stammen überwiegend aus dem französischsprachigen Raum, und die gestohlenen Fahrzeuge tauchen auffällig häufig in Marokko wieder auf.

Im vergangenen Jahr wurden in der gesamten Schweiz 1.443 Fahrzeuge gestohlen – ein Anstieg von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein in 360 Fällen drangen Diebe in Garagen und Autohäuser ein, und das in sämtlichen Kantonen. Besonders stark betroffen sind die Kantone Genf, Waadt und Basel-Stadt, die an Frankreich grenzen. Diebe bevorzugen vor allem Modelle wie Range Rover, Porsche Cayenne, Alfa Romeo und andere luxuriöse Fahrzeuge.

Bei den Tätern handelt es sich meist um junge Männer aus französischen Vororten, viele mit maghrebinischen Wurzeln. Laut Ermittlern werden sie über soziale Medien wie Snapchat oder TikTok angeworben. Sie reisen in die Schweiz, brechen nachts in Autohäuser ein, stehlen die Schlüssel und fahren die entwendeten Wagen über die Grenze nach Frankreich.

Ein aktueller Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 28. Juli 2026 in Wetzikon (Kanton Zürich). Vier französischsprachige Täter verschafften sich Zugang zu einem Autohaus und entwendeten vier Luxusfahrzeuge – darunter einen Audi, einen Porsche und einen Mercedes. Die Polizei leitete sofort eine großangelegte Fahndung ein. Alle vier Fahrzeuge konnten sichergestellt werden, nachdem sie auf der Flucht verunglückten. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

Derartige Fälle häufen sich seit Monaten. Immer wieder kommt es zu spektakulären Verfolgungsjagden, bei denen die Täter mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, schwere Unfälle verursachen und oft minderjährig sind.

Der Verbleib der gestohlenen Fahrzeuge zeichnet sich immer klarer ab: Viele der Autos landen in Marokko. Dort tauchen plötzlich zahlreiche neue Range Rover und Porsche Cayenne auf, die zuvor in der Schweiz gestohlen wurden. An langen Wochenenden sind auch die Straßen des spanischen Badeorts Marbella voller Luxus-SUVs mit marokkanischen Kennzeichen.

Auch die Transportwege sind inzwischen bekannt. Die Fahrzeuge gelangen häufig über Frankreich nach Spanien und von dort per Fähre oder in Containern weiter zum Hafen Tanger-Med in Marokko.

Besonders im Sommer, wenn die marokkanische Diaspora aus Nordeuropa für die Ferien in die Heimat reist, werden Tausende Fahrzeuge per Fähre nach Marokko gebracht. Darunter befinden sich laut Ermittlern auch gestohlene Autos, die mit gefälschten französischen oder belgischen Kennzeichen ausgestattet wurden.

Spanische Behörden schätzen, dass in den vergangenen fünf Jahren bis zu 70.000 gestohlene Luxusfahrzeuge aus Europa über Spanien nach Nord- und Westafrika gelangt sein könnten. Der jährliche Schaden wird auf über zwei Milliarden Euro beziffert.

Die französische Polizei hat bereits Netzwerke zerschlagen, die gestohlene High-End-Fahrzeuge gezielt nach Marokko verschifften. Die Schweizer Behörden haben ihrerseits Taskforces eingerichtet und die Zusammenarbeit mit Frankreich verstärkt.

Zahlreiche in der Schweiz gestohlene Fahrzeuge tauchen später in Marokko auf. Dort sorgen Autos mit Schweizer Kontrollschildern immer wieder für Schlagzeilen. Es kommt wiederholt zu schweren Verkehrsunfällen, bei denen junge Fahrer die Kontrolle über leistungsstarke Fahrzeuge verlieren.

Erst kürzlich raste ein Wagen mit Schweizer Kennzeichen mit hoher Geschwindigkeit durch Marrakesch, verletzte mehrere Motorradfahrer und löste eine Verfolgungsjagd aus. Fahrer und Beifahrer wurden später festgenommen.

Was früher als Einzelfälle galt, entwickelt sich zu einem klar erkennbaren Trend. Französischsprachige Tätergruppen stehlen in der Schweiz systematisch hochwertige Fahrzeuge. Die Autos verschwinden über die Grenze und tauchen später in Marokko wieder auf, wo sie als Statussymbole auf den Straßen von Tanger und anderen Städten zu sehen sind.

Die Polizei spricht von organisierter, grenzüberschreitender Kriminalität. Für Schweizer Autohändler und Besitzer teurer Fahrzeuge bleibt die Situation angespannt. Die Spur der gestohlenen Luxusautos führt weiterhin häufig Richtung Süden.

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