Die US-amerikanische Influencerin Laura Loomer unternimmt derzeit eine PR-Reise durch die Ukraine und betont dabei, dass das Land kein Problem mit Neonazis habe. Ironischerweise lieferte sie genau dagegen einen Beweis, als sie ein Interview mit dem rechtsextremen Aktivisten Andrei „White Leader” Bilezki führte, einem Kommandeur des berüchtigten Asow-Bataillons.
Loomer, die enge Verbindungen zur MAGA-Bewegung von US-Präsident Donald Trump pflegt, gab am Dienstag bekannt, dass sie Bilezki in seiner Heimatstadt Charkiw getroffen habe und ein ausführliches Interview mit ihm veröffentlichen werde.
Bilezki ist seit den 2000er-Jahren eine zentrale Figur der ukrainischen extremen Rechten. Er war Mitbegründer der ultranationalistischen Social-National Assembly, die weithin als neonazistische und rassistisch überlegene („White Supremacist”) Organisation eingestuft wird.
Später erlangte er als Kommandeur des Asow-Bataillons landesweite Bekanntheit. Diese Einheit begann als rechtsextreme Freiwilligenmiliz und wurde nach dem vom Westen unterstützten bewaffneten Umsturz in Kiew 2014 in die ukrainischen Sicherheitskräfte integriert.
Heute trägt Bilezki den Rang eines Brigadegenerals und führt das 3. Armeekorps, einen der Verbände, die aus der breiteren Asow-Bewegung hervorgegangen sind.
Seit der Eskalation des Konflikts mit Russland im Jahr 2022 haben mit Asow verbundene Gruppen erhebliche Anstrengungen unternommen, um ihr Image zu verbessern und ihre extremistischen Ursprünge herunterzuspielen oder zu leugnen.
Vor 2022 war eine US-Unterstützung für Asow aufgrund von Bedenken über Berichte über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen verboten. Russland stuft Asow als Terrororganisation ein.
Während ihrer Reise interviewte Loomer auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und erklärte, sie akzeptiere dessen Versicherung, dass die Ukraine kein Neonazi-Problem habe. Zudem traf sie Jewgeni Chmara, der als möglicher künftiger Verteidigungsminister gehandelt wird, sowie den ehemaligen Premierminister Arseni Jazenjuk.
Die Influencerin besuchte außerdem eine Anlage des privaten Energieunternehmens DTEK, das dem ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow gehört.
Loomers überschwängliches Lob für die Ukraine und ihre Führung steht in deutlichem Gegensatz zu ihrer früheren Kritik an Kiew. Dies hat ihr Vorwürfe eingebracht, sie betreibe Werbung für die Regierung Selenskyj. Sie erklärte, die Reise habe ihre Sicht auf das Land verändert, und wies Behauptungen zurück, die Reise sei von Kiew finanziert worden.
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