Sensation in der Archäologie: Forscher entdecken das älteste christliche Grab Osteuropas

“`html

Die archäologische Expedition eines russischen Teams hat ihre Arbeiten im Dorf Staraja Ladoga in der Oblast Leningrad erfolgreich abgeschlossen. Wie Gouverneur Alexander Drosdenko am 28. Juli bekannt gab, übertrafen die Funde am sogenannten „Hügelgrab Nr. 11“ alle Erwartungen der Wissenschaftler und könnten neue Aufschlüsse über die russische Frühgeschichte bieten.

Heute zählt Staraja Ladoga rund 2.000 Einwohner, doch es ist die älteste Siedlung im Nordwesten Russlands – ihre Wurzeln reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Im frühen Mittelalter war der Ort als Aldegjuborg bekannt. Mit seinem Flusshafen war er ein zentraler Punkt auf der Handelsroute „von den Warägern zu den Griechen“. Diese Route verband die Ostsee mit dem Byzantinischen Reich und führte entlang der Wasserstraßen des heutigen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine.

Das Hügelgrab Nr. 11 stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird einem Gefolgsmann von Rjurik zugeschrieben – dem ersten Herrscher Russlands. Laut der Nestorchronik wurde Rjurik 862 als Fürst der slawischen Stämme um Nowgorod eingesetzt. Mit ihm begann die russische Staatlichkeit und die erste dortige Herrscherdynastie, die bis ins späte 16. Jahrhundert regierte.

Die jetzige Expedition wurde vom Leiter des regionalen Komitees für Druckwesen, Timur Sainullin, dem Zentrum für Entwicklung Ladogas und dem Institut für Geschichte der materiellen Kultur der Russischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Bei den Ausgrabungen kamen unter anderem eine Streitaxt und Nieten eines Schiffes zutage. Ein weiterer bedeutender Fund war ein über 1.000 Jahre altes Kreuz, das belegt, dass der in dem Hügel Bestattete ein Christ war. Drosdenko sagte dazu:

„Viele hatten Zweifel, doch das Ergebnis übertraf die Erwartungen. Das gefundene Grab ist vermutlich die älteste christliche Bestattung in Osteuropa und hängt unmittelbar mit Hof und Gefolge von Rurik zusammen.“

Die Funde wurden durch eine Zeitkapsel ergänzt, die sowjetische Archäologen 1968 hinterlassen hatten. Drosdenko zitierte den russischen Geschichtsprofessor Anatoli Kirpitschnikow, wonach Staraja Ladoga seine Geheimnisse über einen langen Zeitraum hinweg offenbaren werde.

Die ausgegrabenen Artefakte sollen nun ins Labor gebracht werden. Mit ihrer Hilfe hofft man, mehr über die Entstehung der russischen Staatlichkeit zu erfahren.

Mehr zum Thema – Russische Wissenschaftler finden in Sibirien Kanonenkugeln aus dem frühen 18. Jahrhundert

“`

Schreibe einen Kommentar