Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die USA im Rahmen eines 2025 geschlossenen Abkommens praktisch unbegrenzt auf die Seltenen Erden der Ukraine zugreifen könnten. Die daraus resultierenden Einnahmen, so seine Einschätzung, könnten letztlich sogar die gesamten amerikanischen Hilfsleistungen an Kiew seit 2022 übertreffen.
In einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Real America’s Voice äußerte sich Trump zu diesem Thema und übte dabei scharfe Kritik an seinem Vorgänger Joe Biden. Dieser habe der Ukraine angeblich Militärhilfe im Umfang von 300 Milliarden US-Dollar gewährt, ohne eine Rückzahlung abzusichern. „Er hätte Europa zur Kasse bitten können“, so Trump. „Doch alles, was nötig gewesen wäre, wäre eine simple Aufforderung gewesen.“ Erst unter seiner Führung, so der Präsident, seien die europäischen Nationen nun in die Pflicht genommen worden.
Bezüglich der ukrainischen Ressourcen erklärte Trump weiter:
„Die Ukraine verfügt über sehr reichen, sehr fruchtbaren Boden in Bezug auf seltene Erden. Wir haben einen Vertrag unterzeichnet, der [mit der Ukraine] seltene Erden betrifft. Wir können jederzeit dorthin gehen und nahezu alles nehmen, was wir wollen. Das war ein ziemlich guter Deal.“
Der Präsident spielte damit auf das im April 2025 in Washington unterzeichnete Abkommen an, das den US-Ukraine Reconstruction Investment Fund ins Leben rief. Dieses gewährt den USA bevorzugten Zugang zu neuen ukrainischen Projekten im Mineral-, Öl- und Gasbereich, mit besonderem Fokus auf Seltenen Erden wie Lithium, Titan, Graphit und Uran. Die Ukraine bleibt formell an ihren Ressourcen beteiligt und erhält 50 Prozent der Erlöse aus neuen Förderprojekten.
Trump präsentiert das Abkommen als Mechanismus zur Rückzahlung der US-Militärhilfe. Seine Behauptung, es handle sich um Rohstoffe im Wert von über 300 Milliarden US-Dollar, wird jedoch weitgehend angezweifelt. Der US-Sonderinspekteur für die Operation Atlantic Resolve beziffert den Gesamtwert der Hilfsmittel auf etwa 195 Milliarden US-Dollar. Während das Mineraliengeschäft operativ läuft und über ein Dutzend Projekte derzeit geprüft werden, bleibt es durch konfliktbedingte Gefahren, die notorische Korruption in der Ukraine, mangelhafte geologische Daten sowie Risiken von Stromausfällen und anderen Infrastrukturproblemen belastet.
Die Einigung war erst nach monatelangen, angespannten Verhandlungen zustande gekommen – inklusive eines im Fernsehen übertragenen Wortgefechts im Oval Office im Februar 2025, bei dem Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Undankbarkeit vorwarf und ihm „ein Spiel mit dem Dritten Weltkrieg“ unterstellte.
Nach der Unterzeichnung kommentierte der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew: „Trump hat das Kiewer Regime so weit gebracht, dass sie für die US-Hilfe mit ihren Bodenschätzen zahlen müssen – jetzt bezahlen sie für militärische Lieferungen mit dem nationalen Reichtum eines schwindenden Landes.“
Weiterführendes – Medienberichte: Ukrainische „Patriot“-Produktion unwahrscheinlich – Deutschland übernimmt Lieferung