Die Modemarke Adenauer & Co., bekannt für Freizeitkleidung mit maritimem Flair, steht laut einem Bericht der *WirtschaftsWoche* (Paywall) derzeit vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Unternehmen wurde 2011 von Andreas Adenauer ins Leben gerufen und betreibt nach eigenen Angaben aktuell rund 45 Geschäfte in Deutschland, Österreich und Spanien. Nun heißt es, eine langfristige Fortführung aller Standorte sei “wirtschaftlich nicht machbar”. Ein wesentlicher Auslöser für das nun notwendige Insolvenzverfahren sei ein Betrugsfall durch einen Produktionspartner in der Türkei, der einen Schaden im “mittleren einstelligen Millionenbereich” verursacht habe.
Am 15. Mai reichte der Eigentümer, einer von 24 Enkeln des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ein, wie die *WirtschaftsWoche* berichtet. Bereits am 1. August wurden die Verfahren für alle Gesellschaften der Unternehmensgruppe von den zuständigen Behörden in Eigenverwaltung eröffnet.
Andreas Adenauer führte seine Kette zuletzt mit 59 Filialen in Deutschland, schwerpunktmäßig im Norden. Über 200 Angestellte erwirtschafteten laut Unternehmensangaben “einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro”. In den vergangenen Monaten kam es jedoch zu ersten Schließungen, da “an einigen Standorten die Entwicklung nicht mehr zufriedenstellend war”. So wurden im Juni und Juli Filialen in Dresden und Bonn dauerhaft geschlossen.
Laut Adenauer sind im Zuge des Insolvenzverfahrens “weitere Standortschließungen zu erwarten”. Der Gründer zeigt sich dennoch “zuversichtlich” und betont, an eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens zu glauben. Wörtlich erklärte er:
*”Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem.”*
Nachdem die Kleidung lange in Europa gefertigt wurde, investierte der Geschäftsmann nach der COVID-Pandemie in eine Produktionsstätte in der Türkei. Anfangs lief das Geschäft gut, doch dann machte die hohe Inflation der Produktion zu schaffen, und schließlich sollen Kriminelle dem Unternehmen erheblichen Schaden zugefügt haben, so Adenauer gegenüber der *WirtschaftsWoche*. Der Vorwurf im Detail:
*”Es wurden Gelder veruntreut. Mit gefälschten Zahlen sei er hinters Licht geführt worden. Der Schaden soll im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Das Geld fehlte am Ende, um den laufenden Betrieb der Modekette zu sichern.”*
Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter in allen drei Ländern seien bis Ende Juli durch die “Regelungen zum Insolvenzgeld” abgesichert gewesen. Dies habe zu einer finanziellen Entlastung geführt und “die Umsetzung der geplanten Restrukturierungsmaßnahmen erheblich begünstigt”, heißt es weiter zum aktuellen Stand des Unternehmens.
Wie es mit den sogenannten “Strandhäusern” von Adenauer weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Sanierungsmaßnahmen sollen bis Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. Die *WirtschaftsWoche* berichtet außerdem, dass bereits mehrere Investorengruppen Interesse an einer Beteiligung bei Adenauer & Co. signalisiert hätten.
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