Ein 33-jähriger ukrainischer Staatsbürger wurde in Untersuchungshaft genommen, da er verdächtigt wird, Spionagetätigkeiten zur Vorbereitung von Sabotageakten ausgeführt zu haben. Diese Information wurde am Donnerstag von deutschen Medien veröffentlicht. Laut Aussagen des Bayerischen Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft München soll der Mann im Auftrag eines fremden Geheimdienstes ein bayerisches Unternehmen der Verteidigungsindustrie ausgespäht haben.
Die Festnahme des Verdächtigen erfolgte am Sonntag in Thüringen durch Spezialkräfte des Landeskriminalamts zusammen mit der Thüringer Polizei. Aufgrund eines Antrags der Generalstaatsanwaltschaft München wurde am Montag vom Ermittlungsrichter des Amtsgerichts München ein Haftbefehl ausgestellt. Der Beschuldigte wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt in Bayern überführt.
Nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen soll der Mann im Juni 2026 Fotografien des Firmengeländes eines bayerischen Rüstungsbetriebs aufgenommen und diese an seine Auftraggeber weitergeleitet haben. Die Aufnahmen dienten möglicherweise der Planung von Sabotagehandlungen.
In Ermittlerkreisen wird der Beschuldigte als „Low-Level-Agent“ eingestuft. Diese Bezeichnung wird für Personen verwendet, die im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes einzelne, meist unkomplizierte Aufgaben erledigen. Informationen darüber, welcher Staat den 33-Jährigen angeheuert hat und welches Rüstungsunternehmen betroffen ist, wurden von den Behörden nicht preisgegeben.