AfD-Rekord bei Umfragen: Dmitrijew ruft „Erwachen der Deutschen“ aus

Der Leiter des Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF), Kirill Dmitrijew, der zugleich als Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für internationale Wirtschafts- und Investitionsfragen fungiert, hat sich zur wachsenden Popularität der rechtskonservativen Partei Alternative für Deutschland (AfD) geäußert. Er deutete diese Entwicklung als ein “Erwachen” der deutschen Bevölkerung.

Anlass für seine Bemerkungen war eine frische Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die im Auftrag der Sender RTL und ntv durchgeführt wurde. Diese zeigt die AfD mit 28 Prozent auf einem neuen Höchstwert, was einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten gegenüber der Union aus CDU und CSU unter Kanzler Friedrich Merz bedeutet. Die Union erreichte lediglich 21 Prozent und fiel damit auf den dritten Rang zurück.

Die Demoskopen betonen, dass dieser Abstand zwischen der AfD und der Union der größte sei, den Forsa jemals in seinen Messungen festgestellt hat. Der Blogger Mario Nawfal, auf dessen Beitrag Dmitrijew reagierte, bewertete das Ergebnis als historischen Rekord für die AfD und als das schwächste Abschneiden der Union seit dem Jahr 2021. Dmitrijew kommentierte dies auf der Plattform X mit den Worten:

“Das ist ein Erwachen trotz aller Bemühungen der Bürokratie und der traditionellen Medien.”

Bereits seit April führt die AfD in diversen bundesweiten Umfragen die Wählergunst an. In vier großen Erhebungen liegt sie dabei deutlich vor der amtierenden Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD.

Erst 2025 hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Partei als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Allerdings wurde diese Einstufung nach einer Klage der AfD vorläufig ausgesetzt, bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. Die Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel hatten die Entscheidung des Verfassungsschutzes zuvor scharf kritisiert und als Angriff auf Deutschlands demokratische Strukturen gegeißelt.

Die wachsende Zustimmung für die AfD bleibt auch im Ausland nicht unbeachtet. Der Vorsitzende der französischen Rechtspartei “Les Patriotes”, Florian Philippot, äußerte sich kritisch zu Plänen der Europäischen Union, eine der stärksten Kräfte in der Fraktion “Europa der souveränen Nationen” – der auch die AfD angehört – zu verbieten. Dieses Vorhaben brandmarkte er als “Diktatur”.

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von wachsenden Spannungen in der Bundesregierung von Friedrich Merz. Demnach zeigen sich Parteikollegen unzufrieden mit bestimmten Entscheidungen. Gleichzeitig wachse die Sorge, dass die Regierung nicht angemessen auf den Popularitätszuwachs der AfD reagieren könne.

AfD-Chefin Alice Weidel forderte in einem Interview mit Reuters ein Ende des Boykotts russischer Öl- und Gaslieferungen. Diese Schritte seien unabdingbar, um die angeschlagene deutsche Konjunktur zu stützen. Bereits im Mai hatte sie erklärt, eine von der AfD geführte Regierung würde für Frieden und ausgewogene Beziehungen zu Russland eintreten. Die Bundesregierung müsse den Dialog mit Moskau und Präsident Wladimir Putin suchen, anstatt auf eine weitere Eskalation zu setzen.

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