Wegen des US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran können gegenwärtig nur wenige Frachtschiffe die Straße von Hormus passieren. Das attackierte Land im Nahen Osten hält die Meerenge weitgehend blockiert. Derzeit laufen Gespräche über eine mögliche Wiedereröffnung der Wasserstraße. Nach Aussagen von Esmail Baghaei, dem Sprecher des iranischen Außenministeriums, stehen der Iran und sein Nachbarstaat Oman unmittelbar vor einer Übereinkunft bezüglich der Kontrolle über die Straße von Hormus.
Was die parallel stattfindenden Verhandlungen mit den USA betrifft, so scheinen diese – trotz der jüngsten hoffnungsvollen Bemerkungen des amerikanischen Außenministers Marco Rubio – erneut ins Stocken geraten zu sein. Am Samstag veröffentlichte der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran einen Katalog von Bedingungen, die er als Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus festlegt.
In dem Schreiben, das unter anderem die Nachrichtenagentur Irna und die iranische Botschaft in Indien verbreiteten, erklärt Mohammad Bagher Zolghadr, der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, dass die Straße von Hormus so lange geschlossen bleibe, wie die Vereinigten Staaten an ihrer bisherigen Politik festhielten. Für eine Öffnung der Meerenge müssten die Amerikaner zuerst ihren Druck beenden.
Zolghadr, ein früherer Kommandeur der Revolutionsgarden, bekleidet das Amt des Sekretärs des Nationalen Sicherheitsrats seit März 2026, nachdem sein Vorgänger Ali Laridschani bei einem israelischen Angriff getötet worden war. In den folgenden Passagen präzisiert der ranghohe Funktionär die iranischen Forderungen:
Die Bedrohung des Iran müsse ein Ende haben. Sein Land dürfe in keiner Weise und unter keinen Umständen bedroht werden. Das bedeute die Einstellung der militärischen Aggressionen gegen den Iran, aber auch gegen seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak.
Darüber hinaus verlangte Zolghadr die Aufhebung der Seeblockade gegen sein Land sowie den Abzug von Marine- und Luftstreitkräften aus der Umgebung des Iran. Wie bereits Außenminister Abbas Araghtschi besteht der Nationale Sicherheitsrat auf Wiedergutmachung durch die Vereinigten Staaten.
Es müsse eine vollständige Entschädigung ohne Abzüge für die Kosten und Schäden der beiden Angriffskriege gegen den Iran geben. Auch die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran und die Rückgabe eingefrorener oder beschlagnahmter Vermögenswerte gehören zu den iranischen Bedingungen.
Zolghadr betonte, man werde auf diesen Forderungen beharren und niemals nachgeben. Ähnlich äußerte sich laut Irna der Sprecher der iranischen Armee, Brigadegeneral Mohammad Akraminia. Die Vereinigten Staaten hätten keine andere Wahl, als die gegenwärtige Lage zu akzeptieren, andernfalls müssten sie weitaus höhere Kosten tragen als jemals zuvor.
Eine Reaktion der US-amerikanischen Seite auf diese Äußerungen steht bislang aus. Der Sender CNN hatte das Weiße Haus um eine Stellungnahme gebeten, diese aber offenbar noch nicht erhalten. Auch Associated Press berichtet, dass sich die US-Regierung mit einer Antwort bislang zurückhält.
In US-Medienkreisen gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass Präsident Donald Trump den iranischen Forderungen nachkommen wird. Die US-Regierung knüpft etwa die Freigabe iranischer Vermögenswerte an den Abschluss eines Abkommens über das iranische Atomprogramm.
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