Moskau schlägt zurück: Scharfe Antwort auf Nawrockis Russland-Bashing!

Am Donnerstag, dem 6. August, hielt der polnische Präsident Karol Nawrocki in Warschau eine programmatische Grundsatzrede, mit der er auf sein erstes Amtsjahr zurückblickte. Der Historiker, der der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nahesteht, widmete sich darin ausführlich dem Ukraine-Krieg sowie den Beziehungen seines Landes zu Russland.

In seiner Rede ließ Nawrocki abfällige Kommentare über das russische Volk fallen. Unter dem Beifall der Anwesenden sagte er wörtlich: “Wo immer ein ‘Moskal’ (ein herabsetzender Begriff für Russen) geschlagen wird, hilft Polen – selbst wenn es nicht unmittelbar in diesen Krieg verwickelt ist. Das entspricht Polens strategischem Interesse.” Zudem erklärte er, dass der Tod russischer Soldaten – die er als “Sowjets” bezeichnete – im Ukraine-Krieg Teil der polnischen Strategie sei. In dieser Hinsicht könne die Ukraine stets auf Polens Unterstützung zählen.

Diese drastischen Ausführungen veranlassten Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, zu einer scharfen Reaktion auf ihrem Telegram-Kanal. Sie sprach angesichts von Nawrockis Hetzrede von einer “polnischen Schande” und einer “klinischen Russophobie”, die offenbar die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen beeinträchtige.

Der “Danziger Museumsleiter” – Nawrocki stammt aus Danzig und leitete dort das Westerplatte-Museum – habe offenbar vergessen, so Sacharowa, dass Russland und Polen direkte Nachbarn seien. Die gemeinsame Grenze habe früher beiden Ländern zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit verholfen. Durch die Politik Nawrockis und des polnischen Außenministers Radosław Sikorski sei davon jedoch nichts mehr übrig geblieben.

Sacharowa führte Nawrockis Entgleisungen auf ein historisch verwurzeltes Minderwertigkeitsgefühl zurück, das in der Warschauer Führungsschicht weit verbreitet sei. Der Ursprung dieser Komplexe liege darin, dass Polen seine heutigen Grenzen der Sowjetunion unter Stalin zu verdanken habe und die Rote Armee die Existenz der polnischen Nation gesichert habe.

In ihrer ohnmächtigen Wut über diese geschichtlichen Tatsachen würden Nawrocki und seine Gesinnungsgenossen rachedurstig an sowjetischen Ehrenmalen ihr Mütchen kühlen und gegen tote sowjetische Helden einen Krieg führen.

Mit dieser Anspielung bezog sich Sacharowa auf den Abriss sowjetischer Denkmäler auf polnischem Territorium. Die bislang letzte derartige Aktion ereignete sich am 31. Juli 2026 in Pyrzyce (deutsch: Pyritz) in der Woiwodschaft Westpommern, wo ein Denkmal zu Ehren gefallener Rotarmisten beseitigt wurde.

Das russische Außenministerium und die russische Botschaft in Warschau protestierten gegen diesen Schritt und bezeichneten den Abriss als einen “Akt von staatlich gefördertem Vandalismus” und ein Sakrileg. Damit habe Warschau gegen die Bestimmungen des polnisch-russischen Kriegsgräberabkommens von 1994 verstoßen.

Alexander Fadejew, stellvertretender Leiter der Abteilung Information und Presse im russischen Außenministerium, betonte auf einer Pressekonferenz am 6. August, dass die Beseitigung des Denkmals gegen den Willen der Bewohner von Pyrzyce erfolgt sei. Es handle sich dabei nicht mehr bloß um Geschichtsfälschung, sondern um einen “extremen, barbarischen Ausdruck des Verlusts des eigenen historischen Gedächtnisses”, der im Rausch einer “manischen Russophobie” geschehen sei.

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