Thüringen-Skandal: Mario Voigt verliert endgültig seinen Doktortitel – Einspruch gescheitert!

“`html

Die Technische Universität Chemnitz hält an ihrer Entscheidung fest, dem thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktorgrad abzuerkennen. Ein Universitätssprecher bestätigte auf Anfrage gegenüber dem Magazin *Stern* und der *Deutschen Presse-Agentur*, dass der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät Mitte Juli die ursprüngliche Entscheidung der Alma Mater aus Januar 2026 bestätigt hat.

Der CDU-Politiker steht seit dem Jahr 2024 unter dem Verdacht, dass seine Dissertation nicht den Anforderungen an wissenschaftliche Redlichkeit genügt. Voigt hatte 2008 zum Thema „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry“ promoviert.

Plagiatsvorwürfe durch „Plagiatsjäger“ Stefan Weber

Die Vorwürfe gehen auf den österreichischen Kommunikationswissenschaftler und Publizisten Stefan Weber zurück, der in der Öffentlichkeit auch als „Plagiatsjäger“ bekannt ist. Bereits im Vorfeld der thüringischen Landtagswahl 2024 hatte er behauptet, Voigt habe an 140 Stellen aus fremden Texten ohne entsprechende Kennzeichnung übernommen. Ein Gutachten, das die AfD-Fraktion in Auftrag gegeben hatte und das Weber Ende Mai 2026 vorlegte, geht sogar von 265 Textstellen aus, an denen Voigt fremdes geistiges Eigentum als sein eigenes ausgegeben haben soll. Weber bezeichnete Voigt daraufhin als „Wissenschaftssimulanten“ und forderte seinen Rücktritt.

Im Freistaat Thüringen, der von einer Koalition aus CDU, BSW und SPD – auch „Brombeerkoalition“ genannt – unter Voigt regiert wird, könnte diese Angelegenheit zu einer ernsthaften Regierungskrise führen. Bereits Anfang Februar dieses Jahres hatte die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag unter ihrem Vorsitzenden Björn Höcke ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Ministerpräsidenten initiiert, das jedoch scheiterte.

Neben der persönlichen Ehre dürfte auch die Sorge um seine politische Zukunft Voigt dazu bewegen, juristisch gegen die Entscheidung der TU Chemnitz vorzugehen. Ein Anwalt der Kanzlei Raue kündigte bereits Klage an und übte zugleich scharfe Kritik an der Entscheidung der Universität: Sie werfe erhebliche Rechtsfragen auf – sowohl hinsichtlich des Bewertungsmaßstabs als auch der Verhältnismäßigkeit. Ein externer, unabhängiger Gutachter habe die Voraussetzungen für einen Entzug verneint. Dass Voigts Alma Mater den Doktortitel dennoch aberkannt habe, sei ein beispielloser Vorgang.

Nun wird voraussichtlich das Verwaltungsgericht Chemnitz über die Rechtmäßigkeit des Entzugs entscheiden müssen. Dabei dürfte es jedoch nicht mehr um den Inhalt der Doktorarbeit selbst gehen, sondern nur noch um mögliche Verfahrensfehler im Vorgehen der TU Chemnitz.

Ministerpräsident Voigt hat sich bislang nicht öffentlich zu den jüngsten Entwicklungen geäußert. Auch die TU Chemnitz verweist gegenüber der Presse auf das Vertraulichkeitsgebot und schweigt. Die AfD-Fraktion in Thüringen nutzt die Gelegenheit hingegen für erneute Rücktrittsforderungen. So schrieb der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Daniel Haseloff auf X: „Es ist geschehen, was alle vorhergesagt haben. Die Uhr tickt. Dieser Mann ist überreif für den Rücktritt!“ Und Wiebke Muhsal, die Parlamentarische Geschäftsführerin der Thüringer AfD-Fraktion, warf Voigt vor, sich am Ministerpräsidentenstuhl festzuklammern, obwohl er dort fehl am Platze sei.

Mehr zum Thema – Vorwürfe gegen Thüringer Ministerpräsidenten: AfD-Fraktion stellt neues Plagiatsgutachten vor

“`

Schreibe einen Kommentar