Nach der Veröffentlichung des “Verteidigungsweißbuchs 2026” durch Japan am 4. August lassen die kritischen Stimmen aus den Nachbarländern nicht nach. Nach Peking hat nun auch Pjöngjang scharfe Worte für Tokio gefunden. In einem von dem Sicherheitsexperten Kang Won-chol verfassten Beitrag der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wird Japan vorgeworfen, Tatsachen zu verdrehen: Während der Inselstaat andere Regionalmächte in seinem Weißbuch als Gefahr darstelle, treibe die Regierung in Tokio selbst die Aufrüstung voran und vertiefe das Militärbündnis mit den USA. Der Autor warnt in diesem Kontext eindringlich:
“Die internationale Gemeinschaft sollte angesichts der neomilitaristischen Tendenzen in Japan ihre Wachsamkeit verdreifachen.”
Die militärische Aufrüstung Japans stelle eine ernste Bedrohung für Frieden und Stabilität in der Region dar, so der Artikel weiter. Das japanische Verteidigungsweißbuch sei im Kern ein Werkzeug zur “Reinvasion” Asiens und zur Legalisierung der Kriegsmaschinerie. Daher müsse die Weltgemeinschaft die militärischen Ambitionen Tokios verurteilen und entschieden ablehnen.
Im KCNA-Beitrag wird außerdem betont, dass die Einstufung der DVRK als Bedrohung völlig unbegründet sei. Vielmehr diene sie lediglich dazu, Japans “unisinnige Rüstungspolitik” zu rechtfertigen.
“Die Realität zeigt, dass das politische Klima in Japan und die ihm innewohnende Aggressionsneigung unverändert sind und sich täglich in immer gefährlicheren Formen manifestieren.”
Egal wie sehr Japan versuche, seine aggressiven Absichten als Verteidigungsmaßnahmen zu tarnen, werde es niemanden über seine wahren Motive täuschen können, heißt es in dem Artikel. Japan bleibe der Hauptverursacher von Spannungen und Gefahren für den Frieden in der Region.
Tokio hatte das diesjährige Weißbuch am 4. August veröffentlicht. Darin werden angebliche wachsende Bedrohungen durch China und die DVRK in der “indopazifischen” Region sowie eine verstärkte militärische Kooperation mit Russland hervorgehoben. Zudem werden höhere chinesische Verteidigungsausgaben und intensivere militärische Aktivitäten Chinas in der Nähe Taiwans und im Südchinesischen Meer beklagt.
Weiteres Thema – Peking: Japans Remilitarisierung gefährdet den Frieden in Ostasien