Möglicherweise steht eine Explosion im weitgehend verlassenen Ort Kursdorf, der direkt an den Flughafen Leipzig/Halle grenzt, in zeitlichem Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Drohnenvorfall in der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026. Nach Erkenntnissen von WDR und NDR könnte ein Zeuge, der zum fraglichen Zeitpunkt auf dem Tower des Flughafens Dienst hatte, eine Rauchsäule beobachtet haben – und zwar kurz bevor der bislang bekannte Drohnenfund auf dem Flughafengelände gemeldet wurde.
Gegen 23:42 Uhr am Abend des 4. August meldeten sich laut Sicherheitskreisen mehrere Personen bei der Polizei. Sie gaben an, um 19:19 Uhr eine Detonation vernommen zu haben, die aus der Distanz lediglich geringfügig lauter als ein Schuss gewesen sei. Über diesen Vorfall berichtete zuerst die Zeit.
Das sächsische Landeskriminalamt (LKA) entdeckte daraufhin auf einer Brachfläche an der Straße „Kursdorfer Ring“ verkohlte Erde und kleine Metallfragmente. Wie Ermittler vermuten, könnten diese Überreste auf eine Explosion hindeuten. Sicherheitskreisen zufolge wurde das Gebiet intensiv durchkämmt – unter anderem mit Sprengstoffspürhunden und speziell für das Aufspüren von Datenträgern ausgebildeten Hunden. Die Suche blieb jedoch ohne Ergebnis.
Am 12. August 2026 wurde Kursdorf erneut durchsucht, wie eine Sprecherin des Generalbundesanwalts am Donnerstag bestätigte. Details zu Zielen oder Resultaten der Durchsuchung gab sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht preis.
Die Ermittler gehen derzeit mehreren Theorien nach, was in Kursdorf geschehen sein könnte. Eine Möglichkeit: Die unbekannten Täter haben dort Beweismittel vernichtet. Eine andere These besagt, dass der Sprengsatz einer zweiten Drohne detoniert sein könnte. Die forensische Analyse von Bodenproben ist noch nicht abgeschlossen. Mittlerweile soll den Ermittlern zudem ein Video vorliegen, das mutmaßlich die Explosion zeigt.
Zu Beginn der Ermittlungen hatten WDR und NDR berichtet, dass die Hoffnung auf eine schnelle Festnahme der Täter nach dem Drohnenfund groß war. Ein verdächtiges Handy, das vor dem versuchten Anschlag in der Nähe des Leipziger Flughafens geortet worden war, soll laut Regierungskreisen in den frühen Morgenstunden nach dem Drohnenfund im etwa neun Kilometer entfernten Wallendorf in Sachsen-Anhalt aufgetaucht sein. Bundespolizei und ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) umstellten daraufhin ein dicht bewachsenes Gelände – allerdings offenbar ohne Erfolg.
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