Washington hat am Donnerstag klargestellt, dass die maritime Blockade gegen den Iran zeitlich unbegrenzt fortgesetzt wird. Parallel dazu kündigten die USA an, den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter zu verschärfen. Auslöser sind die festgefahrenen Gespräche über eine Waffenruhe, ein schrumpfendes globales Ölangebot sowie wachsende Spannungen in der Region.
Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte vor Reportern, das US-Militär sei in der Lage, auf unbestimmte Zeit eine Marinepräsenz in der Region aufrechtzuerhalten, um die Blockade durchzusetzen. Diese habe dem Iran bereits beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt.
Finanzminister Scott Bessent kündigte am Donnerstag ebenfalls an, dass Washington den finanziellen Druck auf den Iran weiter erhöhen werde.
“Beobachten Sie diesen Bereich, denn nächste Woche werden weitere Ankündigungen kommen. Wir werden Maßnahmen ergreifen, wie es sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gegeben hat”, sagte Bessent in einem Interview mit Newsmax.
Die im Juni vereinbarte vorläufige Übereinkunft zur Beendigung des Krieges ist inzwischen gescheitert. Der Iran versucht seinerseits, Washington unter Druck zu setzen, indem er die Kontrolle über die Straße von Hormus als Druckmittel einsetzt.
Am Donnerstagabend wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zwei Schiffe der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) beim Durchqueren der Straße von Hormus angegriffen. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate machte den Iran für den Vorfall verantwortlich und verurteilte ihn scharf.
US-Präsident Donald Trump steht innenpolitisch unter Druck, den Krieg zu beenden. Der Konflikt ist in den USA äußerst unpopulär. Die hohen Treibstoffpreise belasten seine Zustimmungswerte und könnten bei den Kongresswahlen im November die Mehrheit seiner Republikanischen Partei im Kongress gefährden.
Trump hat wiederholt behauptet, die USA hätten “totale Kontrolle” über die Straße von Hormus. Der Iran widerspricht dieser Darstellung. Teheran erklärte, die wichtige Wasserstraße werde erst wieder geöffnet, wenn seine Forderungen erfüllt seien – darunter die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Donnerstag auf acht Schiffe gesunken. Zum Vergleich: Im Zehn-Tage-Durchschnitt waren es etwa zwölf Schiffe, vor Beginn des Krieges dagegen 130 bis 140 Schiffe.
Der Druck auf die Weltwirtschaft nimmt spürbar zu. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte am Mittwoch, dass das weltweite Ölangebot in diesem Jahr um 4,3 Millionen Barrel pro Tag oder rund 4 Prozent zurückgehen werde. Noch vor einem Monat hatte die IEA einen Rückgang um 3,7 Millionen Barrel pro Tag vorhergesagt.
Die Ölpreise schlossen am Donnerstag mehr als 2 Prozent niedriger, nachdem sie zuvor eine Woche lang gestiegen waren. Anleger richteten ihren Fokus auf Anzeichen einer schwächeren weltweiten Nachfrage sowie auf einen deutlichen Anstieg der US-Rohöllagerbestände.
Berichte, wonach die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco mit Drohnen angegriffen haben sollen, sorgten jedoch für Unruhe an den Märkten. Damit wuchsen erneut die Sorgen vor einer Ausweitung des regionalen Konflikts.
Ökonomen weltweit erwarten infolge des Krieges einen deutlichen Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums und möglicherweise eine Rezession in einigen Regionen. Sie warnen, dass die wirtschaftlichen Folgen noch gravierender ausfallen könnten, sollte der Krieg nicht bald beendet werden.
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