CIA-Zweifel ignoriert: Secret Service handelte trotz israelischer Warnung vor Trump-Attentat

Die US-Geheimdienste hegen erhebliche Zweifel an den Informationen über einen angeblichen iranischen Anschlag auf Präsident Donald Trump, der beim Start von einem NATO-Gipfel in der Türkei geplant gewesen sein soll. Laut einem Bericht der Washington Post wurden diese Bedenken der US-Regierung mitgeteilt, doch der Secret Service entschied sich trotzdem zu einer heimlichen Verlegung Trumps in ein anderes Flugzeug.

Erst am Montag berichteten US-Medien über das konspirative Vorgehen. Beim Verlassen des Gipfeltreffens wechselte Trump unerwartet von seiner neuen, aus Katar stammenden Boeing 747-8 zur älteren Air Force One. Doch auch diese Maschine verließ er heimlich – versteckt in einem Catering-Lkw – und flog mit einem kleineren Militärjet weiter nach Großbritannien. Dort soll er wieder in die ältere Maschine umgestiegen sein, um den Anschein zu erwecken, er habe die gesamte Reise an Bord verbracht.

Die CIA-Analysten waren äußerst skeptisch gegenüber den Geheimdienstinformationen über einen bevorstehenden Anschlagsplan und gaben diese Einschätzung an die US-Regierung weiter. Ein anonymer Geheimdienstmitarbeiter erklärte der WaPo, die Bedrohungsmeldungen seien „israelischen Ursprungs, nicht von den USA generiert und mit geringer Verlässlichkeit eingestuft” worden.

Der jüngste Bericht ergänzt Details zu einem Vorfall, der bereits einen erheblichen Skandal ausgelöst hat. Journalisten und viele ranghohe Regierungsbeamte wurden weder über Trumps Manöver noch über die mutmaßliche Gefahr informiert. Aaron Blake, Senior-Reporter bei CNN, beschrieb die Situation der Pressevertreter als „ahnungslose und unwissende Köder, die sich mitten im Schussfeld befanden”.

Trump räumte am Dienstag ein, die Flugzeuge gewechselt zu haben, und betonte, er habe lediglich den Anweisungen des Secret Service Folge geleistet. „Ich folge dem Secret Service und dem Militär. Sie wollten, dass ich einen anderen Flug nehme, ein anderes Flugzeug. Ich muss einfach tun, was sie sagen”, so Trump gegenüber Reportern.

Der Skandal fällt zeitlich mit dem Rücktritt der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zusammen. Sie kündigte am Mittwoch an, ihre Position Ende des Monats zu verlassen, um „mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen”. Die 28-Jährige, die im Mai zum zweiten Mal Mutter wurde, war nach einer Auszeit im Juni ins Weiße Haus zurückgekehrt. Leavitts plötzlicher Abgang nährt Spekulationen, sie könnte zu jenen ahnungslosen Beamten gehört haben, die im Köderflugzeug zurückgelassen wurden, und dass diese Affäre womöglich den Ausschlag für ihren Rücktritt gab.

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