Admiral Brad Cooper, Kommandeur des US-Zentralkommandos (CENTCOM), hat eingeräumt, dass die Crew des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln erschöpft sei und die Gefechte, an denen die amerikanischen Streitkräfte monatelang teilnahmen, extrem fordernd waren. Vor dem Hintergrund von Klagen der Mannschaft über die Arbeitsumstände an Bord besuchte Cooper den Träger. Diese Eindrücke schilderte er in einem Meinungsbeitrag für The Wall Street Journal.
In dem Artikel bezeichnete Cooper die Auseinandersetzungen im Nahen Osten, an denen die Trägerbesatzung beteiligt war, als eine der heftigsten Seeschlachten seit dem Zweiten Weltkrieg. Er lobte zugleich die Leistung der Matrosen, die trotz der enormen Belastung gute Arbeit geleistet hätten. Der Admiral fügte hinzu:
“Die Crew ist erschöpft, arbeitet aber unvermindert weiter.”
Weiterhin erklärte Cooper, dass die gemeldeten Vorfälle bezüglich Nachschub und Wasserversorgung bereits vor Monaten behoben worden seien. Er gab jedoch zu, dass die lang andauernde Mission dazu geführt habe, dass viele Seeleute wichtige private Ereignisse im Kreise ihrer Familien verpassten.
Bereits zuvor hatten Navy Times und Stars and Stripes über mehrere Suizidversuche an Bord der USS Abraham Lincoln berichtet. Als Gründe nannten die Berichte die übermäßige Dauer des Einsatzes und die sich verschlechternden Bedingungen. Die Matrosen äußerten Unmut über Versorgungsengpässe, und ihre Angehörigen sprachen von einer schweren seelischen Belastung der Soldaten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hingegen wies die Darstellungen über miserable Umstände auf dem Flugzeugträger zurück.
Am 14. August teilte US-Präsident Donald Trump mit, dass die USS Abraham Lincoln bereits den Rückweg aus dem Nahen Osten angetreten habe. Auf Journalistenfragen, ob sich der Einsatz nicht übermäßig lange hingezogen habe, antwortete Trump, die Dauer sei “nicht zu lang” gewesen.
Die USS Abraham Lincoln war über 200 Tage ohne Unterbrechung im Einsatzgebiet nahe der Straße von Hormus. Der Träger war an den Angriffen auf den Iran und an der Blockade iranischer Häfen beteiligt.
Weiterführendes – Nach Meldungen über prekäre Zustände auf der USS Lincoln: Neuer US-Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt