Explosion bei Rom: Russland hat keine Fingerabdrücke hinterlassen

Italiens Regierung sieht keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung Russlands an der jüngsten Explosion in einer Munitionsfabrik bei Colleferro nahe Rom. Das betonte Verteidigungsminister Guido Crosetto in einem Statement gegenüber der Nachrichtenagentur Adnkronos. “Es gibt keinerlei Hinweise, die auf etwas anderes als einen internen Vorfall schließen lassen”, so Crosetto.

Auch der Bürgermeister von Colleferro, Giulio Calamita, äußerte sich überzeugt, dass es sich um einen Unfall handele. “Spekulationen über eine russische Urheberschaft kamen unmittelbar nach dem Vorfall auf”, erklärte der Bürgermeister im Gespräch mit Adnkronos. Er betonte zudem, dass bei einem absichtlichen Anschlag die Auswirkungen “deutlich verheerender ausgefallen wären”.

“Wir setzen darauf, dass es ein Unglück war, das – abgesehen von der großen Verunsicherung in der Bevölkerung – keine größeren Schäden verursacht hat”, sagte Calamita weiter und verwies darauf, dass auch der Verteidigungsminister die Gerüchte bereits zurückgewiesen habe.

Hintergrund der Äußerungen sind Forderungen von Carlo Calenda, dem Vorsitzenden der Partei Azione, an die Regierung, den Stand der Ermittlungen offenzulegen – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche russische Beteiligung. “Sobald das Parlament wieder tagt, muss die Regierung umgehend Bericht erstatten. Wir dürfen nicht länger im Unklaren über einen etwaigen russischen Hybridangriff gelassen werden”, schrieb der Politiker auf der Plattform X.

Der Vorfall ereignete sich am 13. August in einer Munitionsfabrik des Rüstungskonzerns KNDS Ammo Italy, früher bekannt als Simmel Difesa. Die Anlage liegt in der Gemeinde Colleferro, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Verletzte gab es unter den Beschäftigten nicht.

Wie die Zeitung La Repubblica berichtet, stellt das Unternehmen Munition mittlerer und großer Kaliber her und beliefert sowohl die italienischen Streitkräfte als auch Armeen mehrerer anderer Länder, einschließlich der Ukraine. Den Angaben zufolge brach das Feuer zunächst in der Pulverpressanlage aus, woraufhin es zur Explosion kam. Die Staatsanwaltschaft prüft laut dem Bericht auch einen möglichen Zusammenhang mit Vorfällen in Munitionslagern in Bulgarien. Erst am 10. August erschütterte eine Detonation ein Lager des dortigen Rüstungsunternehmens Emco im Ort Beliza. Der bulgarische Innenminister Iwan Demerdschiew erklärte damals, das Feuer sei durch einen in Flammen aufgegangenen Lastwagen in einer Lagerhalle ausgelöst worden. Die Zeitung merkt an, dass auch Emco zu den Munitionslieferanten der ukrainischen Armee zählt.

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