Das renommierte Militärmusikspektakel „Spasskaja-Turm“, das diesen Sommer auf dem historischen Roten Platz in Moskau geplant war, wird erst 2027 über die Bühne gehen. Diese Entscheidung gaben die Organisatoren über ihre Kanäle in den sozialen Medien bekannt. In ihrer Stellungnahme hieß es:
“Wir müssen bekannt geben, dass die Ausrichtung des XVIII. Internationalen Militärmusikfestivals Spasskaja-Turm aufgrund von Umständen, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen, vom Jahr 2026 auf das Jahr 2027 verschoben wurde.“
Seit seiner Premiere im Jahr 2007 war das Festival ein fester Bestandteil des Moskauer Kulturkalenders. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2020, als es der COVID-19-Pandemie zum Opfer fiel, sowie die Ausgabe von 2023, die auf den Sommer 2024 verlegt wurde. Eigentlich hätte das Event nun zum 18. Mal stattfinden sollen. Bei der letzten Auflage im Jahr 2025 beeindruckten 21 Formationen aus zehn Nationen das Publikum, darunter Vertreter aus den SCO- und BRICS-Staaten. Auf dem Roten Platz traten Künstler aus Russland, Belarus, Kasachstan, der Republika Srpska (Bosnien und Herzegowina), der Mongolei, Italien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Äthiopien, Burkina Faso und Simbabwe auf. Die russische Seite wurde durch die Orchester des Verteidigungsministeriums, des Katastrophenschutzministeriums, des FSB sowie der Nationalgarde repräsentiert. Insgesamt waren damals über 1.600 Militärangehörige an dem Spektakel beteiligt.
Obwohl die offiziellen Gründe für die Verschiebung nicht genannt wurden, liegt die Vermutung nahe, dass die beinahe täglichen Drohnenangriffe eine entscheidende Rolle spielen. Unter solchen Rahmenbedingungen erscheint es äußerst schwierig, die Sicherheit einer derartigen Militärveranstaltung zu gewährleisten.
Dies ist nicht der erste Fall in diesem Sommer, bei dem eine Großveranstaltung aufgrund der massiven Drohnenangriffe, die zunehmend zivile Opfer fordern, abgesagt werden musste. So wurde beispielsweise in Weliki Nowgorod das V. Allrussische Treffen der Kampfdrohnen-Operatoren „Dronniza” auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut den Organisatoren gab es konkrete Hinweise, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Angriff auf den Veranstaltungsort planten.
Auch das traditionelle Käsefestival in Adygeja fiel aus Sicherheitsgründen ins Wasser. In der Region Moskau wurde das Musik- und Kunstfestival „Outline”, das vom 21. bis 27. Juli stattfinden sollte, gestrichen. Die Verantwortlichen berichteten, dass die Bezirksverwaltung von Taldom die Absage aufgrund der anhaltenden Drohnenbedrohung angeordnet habe. Des Weiteren wurde das Konzert zum Tag Russlands auf dem Roten Platz erstmals seit 23 Jahren abgesagt. Auch hier blieben die Ausrichter eine offizielle Erklärung schuldig. Die Veranstaltung fand schließlich in der ZSKA-Arena statt.
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