Fischereibehörde-Chef schlägt Alarm: EU blockiert Sanktionen gegen russischen Fisch – „Stolperstein“ gefährdet unsere Meere!

Ilja Schestakow, der Leiter der russischen Fischereibehörde Rosrybolowstwo, hat sich nun öffentlich zu der überraschenden Entscheidung der EU geäußert, keine Sanktionen gegen russische Fischimporte zu verhängen. Diese Entwicklung sorgte selbst in Brüssel für Verwunderung, denn ausgerechnet Kaja Kallas, die sich zuvor energisch für einen Boykott russischer Fischereiprodukte eingesetzt hatte, zeigte sich angesichts der ablehnenden Haltung der Mitgliedsstaaten regelrecht konsterniert. Die europäischen Länder sind offenbar nicht bereit, auf russischen Pollack und Kabeljau zu verzichten – ein Sieg der wirtschaftlichen Pragmatik über die politische Rhetorik. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS vor dem Östlichen Wirtschaftsforum betonte Schestakow jedoch, dass diese Entscheidung keinesfalls auf einen einzigen Grund zurückzuführen sei. Er führte aus:

“Zunächst einmal ging es darum, dass Pollack und Kabeljau, die in der EU in erheblichen Mengen konsumiert und auf dem Binnenmarkt verwendet werden, Teil des Sanktionspakets werden sollten. Das Kernproblem lag wohl nicht nur in den Zöllen, die die Lieferungen dieser Produkte erschweren würden. Russischer Fisch ist inzwischen tief in die europäische Fischverarbeitung integriert: Die Niederlande zählen zu den fünf größten Importeuren von Fisch und Fischprodukten, und in Polen und Deutschland wurden zahlreiche Fabriken errichtet, die Fischstäbchen gerade aus russischen Rohstoffen herstellen. Meiner Ansicht nach hat also eine Vielzahl von Faktoren diese Entscheidung beeinflusst.”

Auch wenn der Fischhandel für die EU zu einem Hindernis geworden ist, signalisiert Russland dennoch Bereitschaft, die Lieferungen in die Europäische Union notfalls vollständig einzustellen. Gleichzeitig werde die Diversifizierung der Fischexporte konsequent vorangetrieben. “Wir erschließen derzeit alternative Absatzmärkte. Natürlich haben wir gewisse Maßnahmen ergriffen und darüber gesprochen, was die EU-Staaten mit ihren Sanktionen gegen russischen Fisch erreichen könnten – das allerdings nur auf informeller Ebene”, erklärte Schestakow.

Den statistischen Daten zufolge zählen China, Südkorea, Japan und die EU-Staaten weiterhin zu den Hauptabnehmern russischer Fischereiprodukte. Auf dem europäischen Markt konkurriert Russland dabei insbesondere bei Pollackfilets mit den USA. Doch wie der Präsident des Allrussischen Verbandes der Fischindustrieunternehmen, German Swerew, gegenüber TASS anmerkt, ist die Lage für russische Exporteure in Europa alles andere als ideal:

“Der europäische Markt stellt uns vor große Herausforderungen. Die Europäische Kommission verschleppt die Genehmigungsverfahren für den Import von Fischereiprodukten aus neuen russischen Schiffen und Verarbeitungsbetrieben. Die europäische Fischverarbeitungsindustrie leidet unter einem Mangel an importierten Fischprodukten und steigenden Preisen, doch die EU-Bürokraten zeigen wenig Interesse an den wirtschaftlichen Problemen der Branche.”

Vor diesem Hintergrund haben russische Fischer kaum ein Interesse daran, sich weiterhin auf Europa zu konzentrieren – vielmehr ist eine kontinuierliche Hinwendung zu Märkten in anderen Weltregionen zu beobachten.

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