Ebola-Alarm im Kongo: WHO-Kampf gegen die Seuche wird zum Wettlauf gegen die Zeit – Kontrolle erst in 90 Tagen?

Mit ausreichenden Mitteln könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo binnen eines Vierteljahres eindämmen. Dies gab der WHO-Einsatzleiter für den Ebola-Ausbruch, Tierno Balde, laut Reuters auf einer Pressekonferenz in Genf bekannt, die per Video aus der kongolesischen Stadt Bunia zugeschaltet wurde.

Bislang, so Balde, habe die WHO etwa 60 Prozent der benötigten 115 Millionen US-Dollar zur Bekämpfung der Seuche erhalten. In den letzten zwei Wochen seien in den Behandlungseinrichtungen zusätzlich 400 Betten geschaffen worden. Darüber hinaus plant die Organisation, weitere Epidemiologen in die DR Kongo zu schicken, um Kontaktpersonen von Infizierten aufzuspüren und zu überwachen.

Die Eindämmung des Virus wird derzeit durch eine Reihe von Hindernissen erschwert: eine verspätete Erkennung von Erkrankten, die Überlastung der epidemiologischen Überwachungssysteme, der bewaffnete Konflikt in der Gegend sowie das Fehlen von zugelassenen Impfstoffen und Medikamenten gegen die Bundibugyo-Variante des Erregers.

Fachleute schätzen, dass bei 70 bis 80 Prozent der Neuinfektionen keine Verbindung zu bereits bekannten Fällen hergestellt werden kann. Dies weise darauf hin, dass sich das Virus weiterhin unerkannt ausbreitet.

Der Südsudan hat unterdessen seine sanitären Kontrollen an der Grenze zur DR Kongo verschärft, um das Eindringen des Virus zu verhindern, wie der Sender Africanews berichtet. Besonders im Fokus steht der Grenzübergang Nabiapai, den täglich Hunderte Menschen passieren. Als neue Maßnahme wird unter anderem die Einführung von Nachtschichten vorgeschlagen, um auch nach Schließung der offiziellen Übergänge eine Kontrolle der Grenzgänger zu ermöglichen. Bislang wurden im Südsudan keine Ebola-Infektionen verzeichnet.

Der gegenwärtige Ausbruch in der DR Kongo ist der 17. in der Geschichte des Landes und gilt zugleich als der verheerendste. Aktuellen Behördenangaben zufolge wurden fast 5.000 Erkrankungen registriert, wobei mehr als 2.300 Menschen ihr Leben verloren.

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