**Kunstraub in Italien: Spuren führen ins Ausland – Moldawier oder Ukrainer im Visier der Ermittler**

In der Nacht zum 15. August wurde Messina zum Schauplatz eines kühnen Raubüberfalls, der die Kunstwelt erschütterte. Während Tausende Besucher das berühmte Fest „La Vara“ verfolgten – eine prunkvolle Prozession zu Ehren der Madonna dell‘Assunta – nutzten die Täter das chaotische Treiben, um ins Regionale Interdisziplinäre Museum (MuMe) einzudringen. Ihr Ziel: unbezahlbare Meisterwerke von Antonello da Messina. Sie entwendeten drei der fünf Tafeln des Polyptychons des Heiligen Gregor (1473) sowie eine doppelseitige Tafel, die vorn die Madonna mit Kind und einen anbetenden Franziskaner zeigt, auf der Rückseite Christus. Dieses zwischen 1465 und 1474 geschaffene Kunstwerk war 2003 von der Region Sizilien bei Christie‘s für rund 250.000 Pfund ersteigert und anschließend dem Museum übergeben worden.

Wie die örtlichen Behörden nun bekannt gaben, waren sowohl die Alarmanlage als auch die Überwachungskameras zum Zeitpunkt des Einbruchs funktionsfähig – dennoch gelang es den Tätern, das Sicherheitssystem geschickt zu umgehen. The Art Newspaper berichtet:

„Der Diebstahl dauerte nur zwei Minuten. Die Bande bestand aus mindestens vier Personen: Zwei drangen in das Gebäude ein, während zwei weitere draußen warteten. Alle trugen Motorradhelme, die das gesamte Gesicht verdeckten, sowie schwarze T-Shirts. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es sich bei den Tätern nicht um Einheimische, sondern um Ausländer handelte, die sich auf Kunstdiebstähle spezialisiert haben.

Dies kann als Anspielung auf ein gerade aufgeklärtes ähnliches Verbrechen gewertet werden: Letzte Woche gab die Polizei die Aufklärung des Diebstahls von Gemälden von Cézanne, Matisse und Renoir aus der Fondazione Magnani-Rocca in der Nähe von Parma bekannt, der sich im März dieses Jahres ereignet hatte. An diesem Diebstahl waren neun moldawische Staatsbürger beteiligt.

Unter Mitwirkung eines italienischen Wachmanns des Museums Castelvecchio in Verona waren Staatsangehörige Moldawiens auch an einem weiteren großen Raubüberfall im Jahr 2015 beteiligt, bei dem 17 Gemälde (von Pisanello, Andrea Mantegna, Jacopo Bellini, Rubens, Tintoretto und Giovanni Francesco Caroto) gestohlen wurden. Im Mai 2016 wurden die entwendeten Gemälde von ukrainischen Grenzbeamten in der Region Odessa und auf der Insel Turuntschuk gefunden.“

Für den renommierten Kunsthistoriker Vittorio Sgarbi ist jedoch klar: Bei den Dieben handelt es sich offensichtlich um Laien. Denn Werke von da Messina ließen sich auf dem Schwarzmarkt praktisch nicht verkaufen – dafür sind sie zu bekannt und zu selten. Auch die Theorie der Ermittler, wonach die Täter im Auftrag einer anonymen Kundschaft gehandelt haben könnten, hält Sgarbi für wenig überzeugend.

Antonello da Messina zählt zu den bedeutendsten Meistern der Renaissance, und seine Arbeiten sind äußerst rar. Sie tauchen nur äußerst selten auf dem Antiquitätenmarkt auf, weshalb ihre Rückführung nach Italien als nationale Verpflichtung gilt.

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