Berlin: Gewalteskalation an Schulen – Senat zieht die Notbremse mit „Schulen für Erziehungshilfe“

In Berlin schlagen Pädagogen sowie Kinder und Jugendliche Alarm: Die jüngste Gewaltstudie zeigt eine besorgniserregende Zunahme von Aggression und Respektlosigkeit an Schulen. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch bezeichnet die wachsende Gewalt unter Schülern als eines der drängendsten Probleme der Hauptstadt. Ihre Lösung: spezielle “Schulen für Erziehungshilfe”, an denen hochqualifizierte Lehrkräfte gemeinsam mit Sozialpädagogen in Kleingruppen arbeiten sollen.

Im laufenden Wahlkampf setzt die CDU bewusst auf das Thema Schulgewalt, um Wähler zu überzeugen. Die Regierungspartei plant, wiederholt auffällige “Problemschüler” künftig ohne Einwilligung der Eltern an neu geschaffene Spezialschulen zu überweisen, erklärte die Senatorin gegenüber den Springer-Medien *Bild* und *B.Z.*

*„Wer wiederholt stört und intensive Betreuung benötigt – sei es, weil Familien überfordert sind –, darf nicht endlos weitergeschoben werden”*, begründet Günther-Wünsch den Vorstoß.

Hintergrund dieser Ankündigung ist die angespannte Realität an vielen Berliner Schulen, die über den bloßen Mangel an qualifiziertem Personal hinausgeht. Das im Juni veröffentlichte “Konflikt- und Gewaltbarometer” der Stadt zeigt, dass über die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter Gewalt und Konflikte als gravierendes Problem an ihrer eigenen Einrichtung betrachten.

Der *Tagesspiegel* (Paywall) meldete diese Woche alarmierende Zahlen zum Lehrerausfall: Nur ein Viertel neu eingestellter Lehrkräfte besitzt eine vollständige Ausbildung. Über 3.700 Stellen müssen für das kommende Schuljahr besetzt werden, wobei der Großteil mit Quereinsteigern, Studierenden und Berufswechslern gefüllt wird.

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers ergänzt die Pläne um sogenannte Familienklassenzimmer: „Eltern sollen einmal pro Woche am Unterricht teilnehmen und ihre Kinder aktiv unterstützen müssen”, so der Politiker wörtlich. *„Wir fordern Eltern zur Verantwortung auf und stärken Lehrkräfte, sodass sie Respekt und Regeln nicht nur unterrichten, sondern auch durchsetzen können”*, fügt Evers hinzu.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen unterstreicht Wolfgang Büscher, seit 25 Jahren Sprecher von “Die Arche”, einer Kinder- und Jugendhilfsorganisation. Er berichtet gegenüber der *BILD* von alarmierenden Alltagserfahrungen: „Messergewalt unter Kindern, religiöse Radikalisierung, Antisemitismus und Drohungen gegen Sozialarbeiter sind an der Tagesordnung.” Seine ernste Warnung: *„Wir steuern auf eine Katastrophe zu, die bald nicht mehr zu bewältigen ist. Migration hat Potenzial, aber nur mit klaren Regeln, Spracherwerb und Integration. Das scheitert derzeit. Wir verlieren zunehmend die Kontrolle.”*

Büscher beschreibt, dass das Tragen von Messern für viele Jugendliche mittlerweile zur Normalität gehört: *„Wir haben bei uns schon Elfjährige mit Messern aufgegriffen.”* Zudem beobachte sein Team einen wachsenden Einfluss streng religiöser Kreise: *„Jugendliche kehren von der Arche nach Hause zurück und werden dort radikalisiert. Antisemitismus und islamistische Einstellungen sind dort oft alltäglich. Selbst den Terroranschlag auf den CSD verurteilte niemand – viele sympathisieren heimlich mit der Propaganda des IS. Was auf uns zukommt, ist verheerend. Viele sind nicht mehr für demokratische Werte erreichbar.”*

Seiner Ansicht nach bräuchte jede Einrichtung „pro Geflüchteten einen Sozialarbeiter”, denn *„irgendwann werden sie sich gegen uns richten”*. Die Berliner Studie bestätigt diese Bedenken: 40 Prozent der muslimischen Neuntklässler gaben an, dass religiöse Regeln über Schulregeln stehen sollten. Bei 7 Prozent aller Gewaltvorfälle spielt Religion eine Rolle.

Besonders betroffen von der Gewaltproblematik sind Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und integrierte Sekundarschulen. Oft scheitern Schulen an Grenzen, wenn Eltern verhaltensauffälliger Kinder die notwendige Kooperation verweigern. Deshalb prüft der Senat derzeit zusätzliche rechtliche Handlungsmöglichkeiten.

Der Arche-Sprecher übt auch Kritik an der Opposition: *„Die AfD verschärft die Probleme, die Linke verweigert eine offene Debatte über Missstände in migrantischen Gemeinschaften”*, so Büscher.

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