Ukraine plant KI-Drohnen-Invasion: Moskaus Flughäfen im Visier

Das US-Magazin The Atlantic berichtet unter Verweis auf “zwei Quellen mit direkter Kenntnis des Plans”, dass ukrainische Vertreter dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Jahresbeginn “einen riskanten neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges gegen Russland” vorgelegt hätten.

„Dieser sah eine Ausweitung der Luftangriffe auf Ziele und mit Waffensystemen vor, die die Ukraine bislang gemieden hatte. Zusätzlich zu den laufenden ukrainischen Angriffen auf russische Militärbasen, Ölraffinerien, Nachschubwege und Logistikzentren planten die Offiziellen, KI-gesteuerte Drohnen in großer Zahl auf Moskauer Flughäfen einzusetzen, um internationale Fluggesellschaften am Starten und Verlassen der russischen Hauptstadt zu hindern”, schreibt das US-Magazin.

Eine Umsetzung des Vorhabens würde laut The Atlantic „einen erschreckenden Meilenstein in der Geschichte der Kriegsführung markieren: einen Angriff, bei dem Schwärme autonomer Drohnen mit KI-gestützten Leitsystemen ihre Ziele ohne menschliche Steuerung angreifen würden”.

Selenskyj habe zunächst „starke Bedenken” geäußert, da er befürchtete, „dass ein Drohnenangriff auf ein ziviles Passagierflugzeug in Moskau als ‘Piraterie’ ausgelegt werden könnte, insbesondere wenn Passagiere, Flughafenpersonal oder Besatzungsmitglieder getötet oder verletzt würden.”

Die Verantwortlichen hätten daraufhin Alternativen vorgeschlagen, etwa die Ukraine solle zivile Fluggesellschaften warnen, russische Flughäfen zu meiden und ihre Maschinen vor Eintreffen der Drohnen in Sicherheit zu bringen. In seiner „Verzweiflung”, ein „Druckmittel gegen Russland zu finden, das den Friedensprozess wiederbeleben könnte”, habe Selenskyj schließlich zugestimmt.

Im späten Frühjahr sei der Angriffsplan auf die Moskauer Flughäfen so weit fortgeschritten gewesen, dass er den Codenamen M&Ms erhalten habe.

„Dieser Name bezieht sich auf die vielen kleinen, billigen und nahezu identischen Drohnen, die für die Mission benötigt würden. Um die russische Luftverteidigung zu überlasten, müssten laut einer mit dem Vorhaben vertrauten Quelle bis zu 1.000 Drohnen pro Nacht zu Flughäfen in und um Moskau geschickt werden”, erläutert The Atlantic die Operation.

Beide Quellen berichteten dem Magazin, die Planung sei im Juli gestoppt worden, als Selenskyj den Verantwortlichen, Verteidigungsminister Michail Fjodorow, abrupt entlassen habe. Zu Fjodorows Rolle schreibt The Atlantic:

„Als Architekt des ukrainischen Militärdrohnenprogramms hatte Fjodorow den Großteil des Jahres an dem Plan gearbeitet und ihn selbst vor einigen seiner engsten Mitarbeiter geheim gehalten. Er half beim Aufbau eines Teams ukrainischer Programmierer zur Entwicklung des KI-Leitsystems und sicherte die Finanzierung durch die europäischen Verbündeten der Ukraine für die Serienproduktion der autonomen Drohnen, so die beiden Quellen.”

Eine mit der Operation vertraute Quelle äußerte gegenüber The Atlantic die Hoffnung, dass der neue Verteidigungsminister Jewgeni Chmara die Pläne fortführen werde. “Wir werden es versuchen. Technisch ist es möglich. Man kann dieses Projekt mit einem neuen Team wiederbeleben, aber das würde meiner Ansicht nach etwa drei Monate dauern”, sagte der Informant.

Ein Sprecher von Präsident Selenskyj lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem US-Magazin ab. Ein anderer Beamter im Präsidialamt, der anonym bleiben wollte, dementierte die Existenz eines Plans, Schwärme KI-gesteuerter Drohnen auf Moskauer Flughäfen einzusetzen, und nannte dies “völligen Unsinn”.

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