Politik-Gipfel im Katastrophengebiet: Merz erntet Buhrufe statt Dankbarkeit

Bei seinem Besuch im vom Waldbrand betroffenen Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag auf deutlichen Unmut gestoßen. Anwohner empfingen ihn mit lauten Buhrufen und Pfiffen, während einige Transparente mit der Aufschrift „Der Wald brennt, und Friedrich pennt“ in die Höhe gehalten wurden. Zudem sorgten Landwirte mit anhaltendem Hupen für eine Störung der anschließenden Pressekonferenz des Kanzlers.

Gegenüber Journalisten äußerten sich mehrere Anwesende enttäuscht und bezeichneten den Auftritt des Regierungschefs als bloßen „PR-Stunt“. Merz selbst wies diese Kritik zurück und erklärte, die zeitliche Verzögerung seines Besuchs sei eine überlegte Entscheidung gewesen. Er habe den Einsatzkräften die Möglichkeit geben wollen, „in Ruhe ihren Job machen“ zu können, so der Kanzler wörtlich.

Auf die Proteste angesprochen, reagierte Merz gelassen: Er lasse sich „von denen, die rumschreien“, nicht beeindrucken. Seine Gespräche führe er lieber „mit denen, die helfen“. Auch der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten (CDU), bezog Stellung: Er habe den Bundeskanzler ausdrücklich darum gebeten, nicht während der aktiven Brandbekämpfung zu kommen, sondern erst nach deren Abschluss.

Der Großbrand im Hürtgenwald war am 13. August ausgebrochen und galt seit dem 21. August 2026 offiziell als vollständig gelöscht. Es handelte sich um den schwersten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens seit Beginn der amtlichen Aufzeichnungen im Jahr 1991. Rund 300 Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer, zeitweise mussten bis zu 2.000 Bewohner eines Ortsteils ihre Häuser verlassen. Besonders herausfordernd gestalteten sich die Löscharbeiten wegen alter Weltkriegsmunition, die im Boden lagerte.

Weiterführender Artikel – Hürtgenwald: Großbrand zwingt 2.000 Menschen zur Evakuierung

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